Füssener Modellbaublätter                                  3/10 

 

Thema:                   Restaurieren alter Dampfloks

                   

 

Tenderlok 81 004   (Märklin®)

Eine betagte 3031,  im Laufe von 45 Jahren etwas abgegriffen und bemalt:

 

                                                                             Umbau KK

Als erstes müssen die erhabenen Schriftzüge Märklin und 3031 abgefräst werden. Es bleiben die Grundschilder für Deutsche Bundesbahn stehen. Dort werden dann Metall-Ätz-Schilder aufgesetzt. Die erhabenen Betriebsnummern 81 004 bleiben vollständig erhalten. Das Gehäuse hat noch den Schlitz für den Handumschalthebel (FRS).

Als nächstes den Kohleaufsatz entfernen. Nach dem Bremsflüssigkeitsbad zum Abbeizen kann der Schlitz mit etwas 2 K - Kleber geschlossen werden. Letzte Unebenheiten (durch kleine Luftbläschen verursacht) mit Lackspachtel ausgleichen. Grundierung mit WE 2698 von Weinert - Modellbau.

 

                                                 

 

3x RAL 9005 aufbringen, alle Farbschichten jeweils ca. 30 Min bei ca. 60° einbrennen (Umluft - Backofen). Den vorderen Rahmenrand, die Druckluftkessel und die Trittkanten rot (RAL 3000) anstreichen, dann alle Schilder anbringen. Die erhabenen Betriebsnummern werden lediglich blank geschliffen, siehe Bericht E41. Abschließend mit 3x Klarlack sm versiegeln und die Kohle - Imitation wieder aufsetzen. Da es keine passenden Fenstereinsätze gibt,  - weder die der BR 80 noch die der BR 86 passen, daher der Name Einheitsbauart - , muss man sich selbst welche basteln. An den Türen gab es keine Verglasung, nur Vorhänge. Wer keine Beschriftung aus Überhängen hat:  einen Beschriftungssatz gibt es bei Gaßner - Beschriftungen, allerdings für die 3032, d.h. mit DB - Keks. Die Beschriftung am Kohlenkasten gibt es nur aus der Eigenproduktion, siehe Beschriftungen. Zur Verglasung benötigte Fenstereinsätze:  202 050 und 229 410. Die Fenster gruppenweise vereinzeln, siehe Foto.

 

                                             

 

Nachdem nur das Chassis einer 3032 (ohne Telex) zur Verfügung stand: wie soll's auch anders sein, die Lok bekommt Kurzkupplungshalter:  404 020. Mit 2 Unterlegscheiben und den vorhandenen Zentrierfedern passt die Sache prima, Pufferabstand max. 2,5 mm, je nach Wagenbauart, u.U. nicht geeignet für den Betrieb auf dem Industriekreis! Im normalen Planbetrieb ist Telex eigentlich überflüssig zumal es noch Entkupplungsgleise gibt.

Die 81 004 ist die einzigste ihrer Baureihe, die alle Wirren überlebt hat. Näheres zur Lok findet man auf der Homepage der Eisenbahnfreunde Aurich. Leider hat man mit roter Farbe etwas zu viel des Guten getan.

 

 

Tenderlok   89 006   (Märklin® 3000)

Hier entsteht ein Unikat aus einem, wie manche Leute sagen, lieblosen Modell der Tenderlok BR 89. Ansichtssache, entscheidend ist was man draus macht oder wie weit man geht:

 

                                  

 

Es ist im Gehäuse genug Platz vorhanden um die Licht - Attrappen durch richtige Laternen zu ersetzen. Einfach aufbohren auf Ø 2,9 mm und vom Ersatzlichtkörper 213990 die Stäbe abtrennen, plan drehen, polieren und eindrücken. Sie müssen außen und innen bündig sein. Als Lampen wurden dann 3 Mikroglühlampen 58793 von Auhagen® (parallel geschaltet) mit 1 Vorwiderstand 68 Ω  dahinter gesetzt. Fixiert mit Hin- & Wegkleber. Damit hat man vorn und hinten gleiche Helligkeit. Die Schlusslaterne wie gehabt mit aufgeklebter SMD - LED realisieren. Der Fahrwerksrahmen bedarf auch einer farblichen Aufwertung! Bremsschläuche gibt es bei Roco®.

 

 

24 058  (Märklin® 3003)   das Steppenpferd

Frontkupplung kürzen, Zughaken, Heiz- und Bremsschläuche ansetzen und den Rahmen dort rot streichen (Revell® # 36), wo es fehlt und ein wenig Patina dazu. Wer die Patina mit wasserlöslicher, abwaschbarer Farbe (Noch®) ansetzt, kann nachbessern. Dass die Lok digitalisiert wurde versteht sich von selbst. Sie kommt ja nicht in die Vitrine.

 

                                       

   

                                                           

 

Der Tender war, wie damals üblich, unnatürlich unbeleuchtet. Das lässt sich aber einfach ändern. Im Tender 2 Rippen rauszwicken, Attrappen aufbohren auf Ø 2,9 mm und einen geteilten Lichtkörper 213990 einsetzen. Diesen muss man mit neuen Lichteintrittsflächen versehen und nun LED rot und 1 Mikroglühlampe von Auhagen® # 58793 einbauen. Vorsicht, 16 V! Damit hat man aber die Lichtverhältnisse bewahrt. Die Glühlampe liegt direkt zwischen den Lichtkörperteilen, die SMD - LED (Typ 15-21 SURC/S) ist aufgeklebt. Die obere Laterne gibt es am Tender nicht, Steinheim hat eine Drehscheibe im BW und für Rangierfahrten sind die beiden unteren Leuchten zulässig. Es sollte eine Abdeckung am Boden eingefügt werden, damit das Licht nicht nach unten auf die Schienen strahlt. CV 50 = 32; Rv LED = 12 kΩ.

Der Decoder 76200 von Uhlenbrock® gestattet ja so einige Lichtspiele. So kann man z.B. die Schlusslicht - Funktion unabhängig vom weißen Lichtwechsel schaltbar machen, denn wenn ein Zug dranhängt, ist das Schlusslicht an der Lok verboten. Lästig sind die erforderlichen Kabel vom Tender in die Lok, aber nun, einmal aufgegleist bleibt alles normal gekuppelt bis zur nächsten Wartung. Wer sich im Tender einen Massepunkt schafft, spart eine Leitung. Auch hier hat sich das Sonderlot 97/24 der Fa. Armack wegen des brünierten Chassis bewährt.

Gemäß Signalordnung von 1935 gilt für Triebfahrzeuge: es ist nur rechts eine rote Laterne (Steckscheibe) zugelassen! Die vollständige Signalordnung (Signalbuch) findet man unter:  http://www.hs-merseburg.de/~nosske/EpocheII/ds/e2d_3601.html .  Eine neue Version der Eisenbahn-Signalordnung (ESO 1959) finden Sie beim Eisenbahn - Bundesamt (EBA).

 

                                           

 

Zurück zum Original:

Märklin® hatte sich bei der Lok in der Version mit Wagner - Leitblechen und dem DB - Emblem mal wieder vergriffen. Fast alle von der Deutschen Bundesbahn nach dem Krieg übernommenen Maschinen wurden mit Witte - Leitblechen umgerüstet, so auch die 24 058. Die Loks waren mit Tendern 3T 16 bzw. 3T 17 gekuppelt, nur die 24 061 hatte bei der DB einen 2`2 T 26 bekommen.

 

                                

 

Zum Umbau der Lok benötigt man die Windleitbleche 224 010 und 224 020 von der BR 38.10. Zwei Halter (oben u. unten) müssen von den Windleitblechen entfernt werden und neue Befestigungslöcher im Kessel sind nötig, 2,5 mm oberhalb der Bisherigen. Diese kann man mit einem Tropfen Kleber und einem Stückchen Draht verschließen (Rohrleitungsersatz). Die angegossenen Stützen werden als Klebestützen verwendet.  Bei der DB behielten damals lediglich 24 052 und 24 069 die Wagner - Windleitbleche und als Museumslok die 24 009. Schilder für die 24 069 gibt es bei modell-kreye.

Die Fensterscheiben: Eigenbau aus Gebäudematerial. Passgenau zum Einklemmen zurechtfeilen oder -fräsen und statt mit Kleber mit Farbe ( z.B. Weinert RAL 9005 sm) rundum sichern. Die Lok hatte zwar am großen Fenster auch ne Scheibe, aber die war meist aufgeschoben.

 

                                                    

 

 

Tenderlok  T 3   (Märklin® 3029)

Eigentlich ein Fall für die Abwrackprämie. Rostfraß, Beulen, kaputte Scheiben usw. Aber sie tut ihren Dienst:

 

                              

 

Ebenfalls ca. 45 Jahre alt, digitalisiert und mit SMD - LED's vor dem Schneidbrenner gerettet. So konnte auch die Streckenstilllegung vermieden werden.

 

 

Die 18 478 ex kgl. bayr. Stsb. 3673 (Märklin® 3092 / 3093). Eine Museumslok.

Im Original-Modellzustand ist die Lok im BW Augsburg stationiert, diese Bedruckung war damals korrekt. Augsburg war eines der Heimat - BW's dieser Lok. Zur Aufarbeitung der Lok bekommt man einen Metall-Ätz-Schildersatz, der u.a. die letzte Zugehörigkeit zur BD Stuttgart und dem BW Ulm beinhaltet. Sie wurde dort am 13.4.1959 ausgemustert. Jetzt befindet sie sich im BEM Nördlingen, vollkommen restauriert und  in der ursprünglichen Länderbahn - Farbe.

Ich habe sie zu ihrer DB - Zeit aufgearbeitet, das Gehäuse war verschrammt, im Dienstkleid 1959:

 

                           

Die Lok hat am Tender Kurzkupplung bekommen, Kupplungsschacht 288 390 sowie leitenden Kupplungskopf 40271. Vorn wurde wie immer die Kupplung aus optischen Gründen ausgebaut und durch Zughaken und Bremsschläuche ersetzt, die Lok wird bei mir nicht in Rückwärtsfahrt betrieben. Das greulich rote Tenderfahrwerk muss man patinieren, Vor- und Nachläufer haben Bremsbacken bekommen. Auf einen Raucheinsatz habe ich verzichtet, er erweist sich in meinen Modellen der BR 01, 03 und 50 als nicht ergiebig und sinnvoll. Über Soundmodule mag ich nicht diskutieren, ich lehne sie als Problemteil ebenso wie mfx ab. Die Lok läuft perfekt mit einem 76200 - Decoder auf DCC 128. Wie alle meine Loks, ohne zu ruckeln!

Hinweis: Wer neue Windleitbleche benötigt: sie sind beim Märklin® - Service erhältlich: 231 200 (re) und 231 210 (li), Stückpreis € 4,99 (UVP).

 

 

 

Die 55 2781  (pr G 8.1)   (Fleischmann® 4145).

Der Umbau auf 3L - System macht wenig Ärger, jedoch beim Decodereinbau und am Tenderfahrgestell muss die Fräsmaschine ran: Das Tendergewicht muss ein wenig Masse opfern für den sicheren Decodereinbau und der Schleifer braucht Freiraum:

 

                              der Schleifer:              

 

Die Lok bekommt einen Uhlenbrock® - Decoder 76400 ohne mfx - Kindereien und - Krankheiten. Das Motorschild muss gegen die Version 504750 mit isolierten Ankeranschlüssen ausgetauscht werden. Hinweis: Motorschild nur lose anschrauben, bei laufendem Motor fein justieren. Der Anker neigt zum Hängenbleiben. Zum Justieren vorübergehend das 1. Getriebezahnrad rausnehmen. Der Schleifer: 7164, Isoplatte seitlich abfeilen, damit er zwischen die Rippen passt. Isolierstück (Glimmer) ca. 10 mm lang unterlegen. Um im Weichenbereichen das Auflaufen und Kurzschlüsse zu verhindern muss der vordere Steg des Tenderfahrgestells ca. 2 mm freigefräst werden. Durch das Kurzschließen der Radschleifer erhält die Lok von allen 8 Treibrädern und manchmal auch vom Tender (6 Haftreifen) ihre Masseverbindung. Damit die Lok nicht unsinnig rennt, sollte CV 5 auf Wert 30 und CV 6 auf Wert 15 gesetzt werden. CV 33 auf Wert 3 (= Beleuchtung vor- und rückwärts) und CV 50 auf Wert 28 (Helligkeit). Fast hätte ich es vergessen: am Fahrgestell des Tenders eine Massefahne als Stützpunkt anschrauben (mit oberer Motorschraube). Ein Problem ist aber nicht behebbar: auf Grund der geringeren Spurkranzhöhe als bei Märklin kommt es an den Kreuzungsweichen öfter zu kleinen Kurzschlüssen zwischen den zu großen Zahnkränzen und Mittelleiter inmitten der Kreuzung (unpassend positionierte Pukos).

 

                                            

 

Wie nicht anders zu erwarten, hat die Lok vorne die unschickliche Serienkupplung eingebüßt und gegen Zughaken sowie Bremsschläuche eingetauscht.  Am Tender (und vorn) gibt es von Fleischmann® konstruktionsbedingt leider keine intelligente Lösung für den NEM - Schacht. Nur die abstehende Profikupplung.

Was der Lok recht deutlich fehlt sind die Rohrleitungen unter dem Führerhaus zum Tender. Mal sehen, ob die von Piko® passen.          

 

©  Wolfram Stephan                                                Inhaltsverzeichnis                 Startseite