Füssener Modellbaublätter                                  2/11   

 

Thema:                   Rangierloks

                    Die Arbeitspferde im Bahnhofsbereich

 

  

        Legende:  die V60

 

                                                           

                                                                   Ulm - Söflingen 1963 am Ablaufberg                                64 158    und     V 60 366     -      beide  Bw Ulm                                          

 

Gut zu sehen: das Rangierlicht,  nur die unteren Lampen sind eingeschaltet und eindeutig ist auch die damalige Geländerfarbgebung an der V 60.

 

                                                                                                                                                                                                                        

 

          Henschel® DHG 500C  -   private Rangierdiesel

 

Warum Märklin® da so ein hässliches Entlein auf die Räder gestellt hat, unfassbar. In der Verkleidung als EA 800 zwar besser, aber trotzdem nicht gerade vorbildlich.

 

                                                      dabei sieht das Original doch recht schnuckelig aus:

                                                Katalogbild 1995

                                                                                                       

                                                                                                                                                                                                     Foto: Bernd Bastisch    www.westbahn.net

 

Na ja, schmuddelig auch. Für Geübte: ran an den Braten. Die seitlichen Geländer lassen sich aus Stahldraht Ø 0,6 mm herstellen, Halbrundnieten ergeben die Luftfilter und ein Stück 0,8 mm PET die beiden Klappen über dem Motor. Für die Umrüstung benötigt man Lichtleiter mit angeklebten SMD - LED's, siehe auch Pwi 32a oder Fad 159 . Den Rest macht die Schminke  -  wie im richtigen Leben.

 

Lichtleiter: Mentor® 1292.6001  -  Maßbild:           D = 2 mm, E = 1,5 mm,  Einkoppelfläche plan

 

Die neuen Lampen an den Säulen am Führerhaus erfordern reichlich Pingeligkeit: sowohl für die Stufenbohrungen (0,6 - 1,5 und 2,0 mm) wie auch für die Lichtquellen. Im Inneren stehen lediglich die nur 1,5 mm breiten Schlitze zur Verfügung. Auffräsen ist riskant und wegen zu kurzer Fräser nur freihändig möglich. Somit kommen als LED's eigentlich nur 0603-er oder 0805-er in Frage. Die Bohrungen für die oberen Lampen fertigt man am besten mit einem kleinen Spannkloben von Hand!

Für die Schlusslichter werden die Enden E benötigt, der Kopf D für das neue (obere) Spitzenlicht. Bei Umrüstung des Spitzenlichts auf LED's bestimmt die Farbtemperatur den Preis. Optimal und teuer: sunny-white von Yoldal®. Als Alternative bleiben die warmweißen LED's von pur-led® oder vom ledbaron® mit ca. 3.500° K wie in Zeiten in denen es noch normale Glühlampen gab. Für die Stirnlampen habe ich die Baugröße 0805 verwendet.  Rv  = 15 kΩ. Die Schluss-lichter bekommen 4,7 kΩ als Vorwiderstand. Die Vorwiderstände sind vom verwendeten LED - Typ abhängig, nicht If max  bestimmt den Ohmwert, sondern die Lichtstärke (cd). If = 20 mA gilt lediglich als maximaler Grenzwert, also ausprobieren, hier fließen nur 100 µA! Schlusslichter sind keine Scheinwerfer. Die LED's natürlich jeweils in Reihe geschaltet!

Damit man das Gehäuse zum Bohren ordentlich einspannen kann, sollte man sich ein Holzinlet zusägen. Eigentlich liegt bei diesem Umbau die meiste Arbeit in der Vorbereitung: Farben anmischen, die Zusatzteile herrichten, Schildersätze für die V&M - Version drucken. Puffer abmontieren: kleine Flachzange hinter dem Pufferteller ansetzen und mit kleinem Hammer (100 g) austreiben. Keine Sorge, die Lok bleibt auf dem Tisch stehen, denn der Puffer ist hier der Klügere und gibt nach.

 

                                 glänzt zwar noch . . .                   aber es geht voran.

 

Die Schlusslichter aufbohren (Ø 1,5 mm) ist ja noch ne leichte Übung. Wer aufs Ganze geht und auch die oberen Spitzenlampen korrigiert, muss schon etwas heftiger vorgehen. Lampen abdremeln, spachteln und sauber schleifen. Als Spachtelmasse eignet sich z.B. Nigrin® oder presto® aus dem Autozubehörhandel ganz gut. Das Gehäuse muss u.U. neu lackiert werden: RAL 5012 oder 5024, das sieht etwas verwaschener aus. Man kann sich aber auch hier z.B. eine saubere extrava-gante Farbvariante aussuchen: Rangierdiesel.

Dort findet man auch die Variante mit der Märklin® - Ausführung der Spitzenlampen. Wer also das Licht nicht umbauen will, muss der Lok nur ein neues Farbkleid verpassen und die Streifen beseitigen oder eine Ausrede erfinden ...

Die Lichtschaltung: f0 für fahrtrichtungsabhängiges Spitzenlicht, Rangierlicht automatisch über f3 (Rangiergang, Uhlenbrock ® 76200 - CV 37 = 19; CV 50 = 15) und die Schlusslichter mit f1 und / oder f2. Wo vorn und hinten ist, steht nicht dran, ich denke mal so wie bei der V60 auch: Motor vorn, Wandler hinten. Der Umbau auf SMD - LED's geht ans Eingemachte, die Baugröße strapaziert wieder die Augen. Gilt auch für die Herstellung der neuen Lichtleiter. Die vorverdrahteten LED's werden mit Sekundenkleber an die Lichtleiter geheftet“ und mit einem 2K - Kleber richtig festgelegt. Das Schlusslicht wird eigentlich nur bei Übergabe-fahrten benötigt, die im gekuppelten Schubbetrieb stattfinden, die Regel ist das Rangierlicht. Aber Vorschrift ist Vorschrift. Noch ein Hinweis: der Kleber verändert die Farbtemperatur der LED's geringfügig, aber sichtbar in Richtung Blau.

 

                                               keine Glühwürmchen  . . .                                       

 

Zurück zum mechanischen Umbau: die unpassenden oberen Lampengehäuse an beiden Stirnseiten vorsichtig abfeilen und schleifen. Die Imitationen der Motorklappen nicht beschädigen, denn da werden zusätzliche neue Deckel aufgesetzt. Damit die Löcher nun ohne Aufwand geschlossen werden können diese mit Isolierband (coroplast®) von außen! abdecken und von innen mit Spachtelmasse oder UHU® - Schnellfest füllen. Das spart reichlich Schleifar-beiten, denn die Füllungen sind jetzt bereits bündig. Spachtel gut aushärten lassen und Farbe ausbessern oder das Gehäuse ganz neu lackieren. Die Patina: ein Gemisch aus Pulverfarben, in Benzin gemixt und getrocknet verarbeitet. Man muss mehrere Schichten aufbauen bis es passt. Aufpassen, das Pulverzeug dunkelt beim fixieren erheblich nach! Nur auf der Oberseite: Klarlack matt, Rost glänzt nicht. Die Fensterfolie kriegt man mit Tesafilm® angemessen transparent.

 

                                                                                       

vormontierte neue Lichtquellen und -körper,  noch ohne Abdeckung gegen innere Streulichteinstrahlung

 

 

man kann das Zeug innen auch aufräumen:        

 

 

Wenn man schon am Schleifen und Spachteln ist: die angegossenen Tröten auf dem Dach könnte man durch die von der BR 111 ersetzen: 237 010. Antennen:  selbst basteln, aus ¼ W - Widerständen, halbiert, Schrumpfschlauchstück drüber und in silberne Farbe tauchen. So, nun ist der Schmutzfink fast fertig, die Automatik - Kupplungsattrappe ist leider noch nicht lieferbar.

 

                        

                                                                                                                                                                                                                                Lichtorgel . . .

 

Die Puffer:  Teller abflexen und bis zum Bund auf Ø 1,5 mm abdrehen. Die Rechteckpuffer von der BR 101 (203618) passen, wenn man sie vorsichtig aufbohrt.

 

              gewisse Ähnlichkeiten mit dem Original sind rein zufällig ...  

 

                                                     

 

Masseprobleme

Da die Lok nur auf den äußeren Achsen läuft hat sie Kontaktprobleme mit Masse. Aber das kann man ändern: Die mittlere Achse muss als Pendelachse auf-gewertet werden. Achslager auf Ø 2,8 + 0,1 mm aufbohren, quer von oben eine Bohrung für eine Druckfeder 214330, - die Feder muss man sich selbst her-stellen, da Märklin® keine mehr liefert, kleines Kontaktblech als Fixierung drübersetzen  und schon ist das Problem Vergangenheit. Federlänge ca. 10 mm, Ø 2,5 --- 2,7 mm, 11 Wdg. mit Draht - Ø 0,3.

Vor dem Aufbohren des Achslagers mit einem Dorn (z.B. Schnittnadel, Bohrer Ø 2,5 mm) dafür sorgen, dass die Bohrung nicht dezentrisch verlaufen kann, also das Chassis ordentlich unter dem Bohrfutter ausrichten und die Buchse mit einem Zentrierbohrer etwas anfasen! Die Federbohrung: da an dieser Stelle ein Steg ist, muss dieser weg, denn die Feder muss exakt mittig sein. Die Kante des Steges liegt im Bohrbereich, wegdremeln oder abfräsen. Der Steg stützt normal die kleine Achse im FRS.

 

                                                            

 

Eigentlich ein kleiner Eingriff, aber eins sollte trotzdem klar sein: ohne Bohrständer ist das alles nicht so einfach zu machen und ein Kreuzsupport auf dem Bohrtisch ist hier schon von Vorteil. Der Decoder bildet weder Halt noch Massefläche (wie sonst der FRS bei der 3029 oder KLVM), deshalb hab ich eine Schraube M2 mit Scheibe gesetzt, die die Feder hält. Nun läuft die Lok ohne Murren im Rangiergang über Buckel, DKW's und S-88 - Meldestrecken mit ein-seitiger Masse.

Ich denke, dass man mit dieser Methode noch einige andere Kandidaten kurieren kann.

 

 

    Kult:   die E63 02

 

                    Original                                           und Fälschungen:

 

                                           

                  Märklin® - Katalogbild 1995                                                                                                                Steinheimer Unikat in original RAL 3005 und mit SBS 9

 

 

beinahe ausgestorben:       die BR 81

 

 

                                        

 

 

                      

                             eine der kleinen Schwestern in Schwerin:                          Foto: Jens Hofmann

 

                                                            und als etwas zugerüstetes Modell im Bf. Zell.

 

 

 

©  Wolfram Stephan                                                                                              Inhaltsverzeichnis                 Startseite