Füssener Modellbaublätter                                                                    13/07    

 

Thema:                   Zugschlussbeleuchtung / Lichttechnik

                               Teil 2   -   leitende Kupplungen / Waggonbeleuchtungen

                                                                            Personenwagen

 

Die meisten etwas älteren Fahrzeuge, egal ob Lok oder Waggon mit Innenbeleuchtung haben in irgend einer Form 12, 14, 16 oder19 V - Glühbirnen bei ca. 30 - 50 mA pro Birne. Wenn man eine kleine Schaltung zur Reglung aufbaut, so kann man die Spannung auf z.B.15 V begrenzen. Das unterdrückt u.a. den analogen Umschaltimpuls für die Märklin® - Fahrtrichtungsschalter, es blitzt also nichts mehr auf. Und die Beleuchtung ist von normaler Helligkeit, nichts scheint durch die Wände oder Dächer. Pro Waggon muss ein Regler eingebaut werden.

Rüstet man auf das digitale System um, so endet es für die Birnchen ohne Regelung oft tödlich. Nun liegen doch permanent 22 V am Gleis. Mit dem Regler hat man normale Helligkeit und es werden auch die Spannungsschwankungen zwischen den Einspeisepunkten ausgeglichen.

Schlimm wurde es mit der Digitalspannung beim VT 11.5 von Roco®, Baujahr 1982, der auf 12 V ausgelegt war. Es kamen die Dächer in Gefahr, sie drohten durchzuschmelzen.  Da die Wechselstromvariante leitende Kupplungen hat, kann man im Motorwagen einen normalen Decoder einbauen, der nur für Motor und Stirnlampen zuständig ist, während im Steuerwagen ein Funktionsdecoder für die rückwärtigen Stirnlampen und die gesamte Innenbeleuchtung eingebaut wird. Für diesen Zug gibt es nur die Original - Soffitten, da sie nur 24 mm lang sind. Wenn man Glück hat, kann man auch 16 V - Soffitten in der Originalgröße (24 mm) auftreiben. Vorsicht: unter der Bestellnummer 93517 gibt es sowohl 12 V wie auch 16 V Soffitten, je nach Lagerbestand bzw. -alter. Äußerlich nicht erkennbar, so einen Blödsinn macht man nicht. Die 19 V - Version von Conrad® ist 8 mm zu lang, die von Brawa® hat 12V und entwickelt zu viel Wärme, da sie doppelte Leistung hat.

Ein Spannungsregler bringt in gewissem Rahmen Abhilfe. Der Regler ist eine einfache Transistorschaltung mit Z - Diode. Es kam ein Darlington - Transistor, der BC 517 zum Einsatz. Der kann bei 12 V Ausgangsspannung noch mit 100 mA belastet werden. Das geht dem Transistor schon heftig an die Nerven (Ptot = 1,5 W). Vorsicht, die Schaltung ist nicht kurzschlussfest. Für solchen Aufwand steht normal kein Platz im Waggon zur Verfügung. Doch die Glühbirnen brennen, wenn überhaupt, dann ohne Kurzschluss durch.

 

                                       Der Kondensator >  1µF / 25 V  und Schutzdiode 1 N 4001 sind unerlässlich.

 

Auf einer Europakarte kriegt man 30 Regler unter. Somit gestaltet sich der Preis pro Baustein recht günstig. Die Leiterplatte ist auch für die Variante Konstantstromquelle ausgelegt, je nach Brücken.

 

                            auch hier Schutzdiode und Kondensator unbedingt einbauen, sonst knallt der Transistor.

 

Die Platine hat die Größe 15 x 23 mm und ist mit Bestückung ca. 6 mm hoch. Der Lichtwechsel ws/rt wurde mit zusätzlichen SMD - LED's realisiert.

 

Warnung:  werden wie auch immer LED's oder andere Lichtleiter mit xy-Lichtquellen in Fronten eingebaut, darf auf keinen Fall der Einsatz (LED oder Lichtleiter), mit dem Gehäuse verklebt werden. Nur einpassen, Ø H7 o.ä ... Im Falle des Defektes führt das sonst fast zur Katastrophe beim Auswechseln. Ich hatte den Fall bei der V 320. Das Freimachen der Lampenbohrung ist schon eine herbe Herausforderung. 3 Stunden Nachtschicht für das Ausfräsen einer LED ohne das Gehäuse zu verderben. Auch LED's sterben manchmal. Strom messen!!! Und bitte: nie, niemals, LED's direkt parallel schalten!!! Dies gilt für alle Anwendungen. Nur mit getrennten Vorwiderständen. Sonst immer nur in Reihe! Dies gilt auch bei Niedrigspannungsquellen (Akkus) wie in Faller® - cars. Die geben kernigen Strom ab.

 

Die Nachrüstung von Roco® - Wagen auf Mittelleiter-Technik

Alle Züge mit Beleuchtung haben bei mir nur einen Schleifer.

Etliche ältere Roco® - Wagen mussten mit Innenbeleuchtung nachgerüstet werden. Ein IR mit 5 Wagen, ein Silberling - Wendezug mit 3 Wagen und ein Umbauwagen - Zug 4 - achsig mit 4 Wagen. War  erst mal ein Beschaffungsproblem, denn die Ausrüstungssätze sterben aus. (Lichtleiter und Soffitten, Bestellnummern 4030X) Das nächste Problem: die alten kleinen Schleifer 40003. Dann muss man Fusch von Roco® beseitigen: Die Schlussleuchten an den Silberlingen und IR - Wagen sind komischerweise weiß statt rot. Einfärben. Tauschachsen braucht man eigentlich nicht, wenn man die Drehgestelle entsprechend umbestückt und den Masseschleifer ordentlich montiert. Außerdem sind sie mit € 3,65 / Paar unverhältnismäßig teuer.

Nun zum Hauptproblem: Den Schleifer betriebssicher montieren, unauffällige leitende einpolige Kupplungen erfinden und einen Funktionsdecoder unterbringen. Der muss sein, damit man abschalten kann und auch mit Rücksicht auf die Dächer (wieder die Wärme) das Licht dimmen sollte. Mehr als 14 V dürfen nicht an die Soffitten. Außerdem muss im Wendezug - Steuerwagen die Lichtumschaltung stattfinden. Sollte man sich gönnen.

Das mit dem Abschalten muss man in alle Züge einbauen, denn ein Wagen frisst 60 - 100 mA. Wenn man dann wie ich 28 beleuchtete Wagen hat, dann sind schon mal ca. 2,5 A vom Booster weg. Bleibt nicht mehr viel für Loks übrig. Oder man richtet mehr Einspeiseabschnitte ein und mehrere 6 A - Booster. Das wird aber teurer als die  6 Funktionsdecoder für die Züge, die die Innenbeleuchtung z.B. in der Steinheimer Unterwelt abschalten können.

Zurück zu den Schleifern. Die kurzen Schleifer der schmalen alten Generation (40003) sterben auch aus. Sie verursachen etwas Fahrgeräusch, ist aber vom Zustand des Mittelleiters abhängig, neue Schienen sollte man entgraten. Und die Befestigungsschraube überträgt so einiges auf den Wagenkasten. Es gibt sonst nur noch die Flüsterschleifer. Sie passen auch, trotz der Größenunterschiede.

 

Die Eigenbau-Kupplungen. Will man kraftschlüssige leitende Kupplungen bauen, so eignen sich dazu eigentlich nur die Roco® - Kupplungen ohne Vorentkupplung. Diese Köpfe greifen ohne zu klappern ineinander ohne plump zu wirken. Sie haben halt zwei andere Fehler: wenn man sie nicht hat, kriegt man sie kaum noch. Und sie vertragen sich nicht mit den neueren Versionen mit Vorentkupplung. Zu diesen Kupplungslösungen gibt es dann Bilder zum Nachbauen. Jedenfalls kosten allein die Kupplungen nicht  so um die € 10,- / Paar sondern liegen im € 1,- Bereich. Was noch wichtiger ist: die Fahrzeuge bleiben Puffer auf Puffer oder Balg auf Balg. Das ist bei der Bügelkupplung, der Universalkupplung und der Profikupplung leider nicht der Fall. Das kann nur Roco® 40220 oder 40271.

Kupplungsbau:     (für die ersten Versuche wurden ausgemusterte Standard - Deichseln aus den Umbauwagen von Roco® verwendet).

 

                                               

 

1. Alle mit Leitlack zu behandelnden Teile müssen entfettet werden. [Isopropanol , Methanol (Vorsicht, giftig!) o.ä.]

2. Die Kupplungsdeichseln ausbauen und vom Bereich des Kabelansatzes bis in den NEM - Schacht mit Leitlack vorstreichen, Rundumbelag  und 3 Stunden trocknen lassen.

 

                                               

 

3. Anzuschließendes Kabel ca. 5 mm abisolieren, je nach Platzverhältnissen auf oder unter der Deichsel mit einer Ader von AWG 26 (Ø 0,1 mm) fixieren (meist auf der Deichsel).  Dazu braucht man so ca. 12 cm zum rumwickeln. Möglichst nicht zu viele übereinander, sollte ein ca. 1,5 - 2,0 mm breiter Wickel werden. Diesen Wickel nun kurz aber gut verlöten, möglichst alle Seiten. Pausen zwischen den Seiten, der Träger ist aus Kunststoff! Eventuelle Zinnbatzen vorsichtig auf ordentliches Maß runterfeilen, der Buckel darf die Bewegungsfreiheit der Deichsel weder am Wagenboden noch am Drehgestell behindern. Der nächste Versuch wird der seitliche Stromanschluss sein. Dann wären alle „anstößigen” Stellen eliminiert. Lötstelle SOFORT mit Leitlack anpinseln und 12 Stunden trocknen lassen. Ich habe diese Art der Kabelanbringung den „elektrischen Gipsverband” genannt. Er kam das erste Mal bei der Reparatur von havarierten VT 11.5 - Kupplungen zum Einsatz, da man ja schlecht Bronzefedern an Zinkdruckguss anlöten kann. Siehe Reparaturen . Ersatzteile gibt es bis heute leider nicht von Roco®. Das Kabel erst an der Deichsel und dann an der Innenbeleuchtung anlöten.

4. Zweite Schicht Leitlack von der Lötstelle bis in den NEM - Schacht aufbringen. Allseitig wegen der nötigen Strombelastbarkeit. Eine Schicht Leitlack ist max. 0,1 mm stark! Diesmal 24 Stunden trocknen lassen. Keine Hektik, der Lack muss sauber aushärten.

5. Die Kupplungsköpfe an den gemeinsamen Berührungsflächen mit Leitlack anstreichen. 1 Stunde trocknen lassen, dann die Gabel für den NEM-Schacht bearbeiten und nun alles 24 Stunden trocknen lassen. Ich weiß, es ist zeitaufwändig, aber es gibt eine super Stromkupplung. Diese Prozedur bei einer 2. Lackschicht wiederholen. Sie können ja viele Kupplungen parallel bearbeiten, das spart Zeit. Den Leitlack nicht dick auftragen, sonst wird die Kupplung beim Trennen sehr schwergängig.

 

                                                                       

 

6. Die „verschmierten”, nicht als Kontaktflächen sondern nur als Leiter arbeitenden Flächen mit schwarzer Acryl - Farbe abdecken. Keine Nitrofarbe verwenden, das gibt heftige Probleme! Kupplungskopf in die Deichsel einstecken und ununterbrochene Kontaktgabe in Kurven und im Schiebebetrieb prüfen.  Die Kupplung darf nicht klappern, sie muss sich wie eine starre Verbindung verhalten.  Wichtig sind die Aushärtezeiten! Auch wenn die Kupplungen sich trocken anfühlen, liegen lassen! Ansonsten sind durch häufiges Trennen der Fahrzeuge abgeschabte Kontaktflächen reparabel! Nur wer zerrupft schon ständig seine Züge? Kurswagen werden vorn oder hinten angehangen. Und die haben eine eigene Stromversorgung.

7. Meßergebnisse:            UB =   18 V =         I1 = 100 mA        ΔU über Kupplung =   60 mV      -->  Rü =  600 mΩ

   2 - schichtig                                              I2 = 250 mA        ΔU über Kupplung =   150 mV     -->  Rü =  600 mΩ

     Ø 595                                                 I3 = 350 mA        ΔU über Kupplung =   190 mV     -->  Rü =  540 mΩ

                                                                   I4 = 500 mA        ΔU über Kupplung =   320 mV     -->  Rü =  640 mΩ

   Die Kupplung verbraucht ca. 160 mW bei 0,5 A. Der Spannungsabfall sinkt mit steigender Betriebsdauer.

Messungen nach 72 Stunden Aushärtezeit.   Messgeräte:  Siemens Multizet µA, Röhrenvoltmeter Rohde & Schwarz URV. Mit diesen Werten der Übergangswiderstände kann man leben. Eine Querbelastung (horizontal, Kurve) der Kupplung veränderte nichts und vertikale Belastungen werden von den recht flexiblen Deichsellagern gedämpft. Damit ist diese Kupplung für die Serie vorläufig freigegeben. Die Tendenz der Rü geht mit der Aushärtezeit nach unten. Die Serienausführung ist nun bei 400 angekommen.

Meßwerte von industriellen Kupplungen gibt es nicht. Auf die Idee, Übergangswiderstände in Betriebssituationen zu messen, ist noch keiner gekommen. Industrielle Produkte wurden nicht getestet. Das haben andere Leute wie www.Erichs-Eisenbahn.de schon getan, die Bilder sprechen gegen diese Lösungen, da die Fahrzeuge von einander abgedrückt werden, von der Optik der Kupplungen ganz zu schweigen und der Wendezugbetrieb wird digital gesteuert. Meine Kupplungsvariante sieht man fast nicht. Schauen Sie selbst, schwarze Farbe an der Kupplung können Sie sich dazu denken.

Die Kupplung hat im Dauereinsatz überstanden, bei 0,35 A über 120 Stunden, ohmsche Last (Glühbirne), die thermischen Veränderungen waren interessant. Eine fühlbare deutliche Erwärmung ist nicht feststellbar. Hier 2 Prefo - Wagen kurzgekuppelt.

 

 

Der Versuch mit den neuen KK - Köpfen 40271 von Roco® läuft gerade .

Meßergebnisse:            UB =   18 V =             I1 = 100 mA        ΔU über Kupplung =     54mV      -->  Rü =  540 mΩ

   2 - schichtig                                              I2 = 250 mA        ΔU über Kupplung =   142 mV     -->  Rü =  568 mΩ

    Ø = 530  mΩ                                             I3 = 350 mA        ΔU über Kupplung =   180 mV     -->  Rü =  514 mΩ

                                                                   I4 = 500 mA        ΔU über Kupplung =   250 mV     -->  Rü =  500 mΩ

Das war eine Überraschung, denn ich hatte ein weniger gutes Ergebnis befürchtet, da die KK - Köpfe wesentlich instabiler aussehen und definitiv schlanker sind. Allerdings macht sich die Leitlackschicht deutlicher im Kupplungsverhalten bemerkbar als bei den alten Kupplungen. Sie rasten etwas unwilliger ein. Nun werden jeweils weitere Kopfpaare vorbereitet und in die Züge eingebaut. Letztlich werden die 40271 das Rennen machen, denn die 40220 werden rar.

Es ist jedes mal das gleiche Bild, steigender Strom und / oder längere Betriebszeit = fallender Rü . Die Versuchskupplung hat sich mittlerweile auf 340 stabilisiert. Die effektiven Kontaktflächen sind größer als die bei der 40220.

 

Was nicht gut tut ist das häufige Wechseln der Köpfe im NEM - Schacht. Die Gabeln der Köpfe kratzen den Leitlack ab. Das führt nach 4 - 5 mal wechseln zu deutlichen Verschlechterungen der Übergangswiderstände. Also Kopf einsetzen und Finger weg.

Für die Leitlackbearbeitung muss natürlich die Vorentkupplung raus, sie würde hoffnungslos verkleben. Diese kann nach der schwarzen Abdeckfarbe wieder montiert werden, damit die Fahrzeuge ferngesteuert getrennt werden können.

Die langen Züge werden so konfiguriert, dass der Stromabnehmerwagen praktisch in der Mitte läuft, damit werden Kupplungsbelastungen reduziert. Helligkeitsunterschiede waren dann eigentlich nicht wahrnehmbar, denn es werden max. 2 - 3 Wagen pro Kupplungsstrang versorgt. Wer noch mehr Wagen fährt, sollte den Einsatz eines 2. Stromabnehmerwagens erwägen. Das ist  immer noch besser als pro Wagen eine Stromversorgung. Oder noch besser: man spannt eine Lok mit stromführenden Kupplungen vor den Zug. Siehe am Ende des Berichtes.

Eine Flasche mit 3 gr. Silberleitlack reicht für ca.15 - 16 cpl. Kupplungen, nicht Paare. Also Deichsel und KK - Kopf, immer 2x gestrichen. 3 gr. kosten € 5,59 + Verdünner € 2,86, dies bedeutet für eine Kupplung einen Materialaufwand von € 0,56. Versuchen Sie es nicht ohne Verdünner in der Hinterhand. Der Rohling der Kupplung kostet € 0,47 wenn man neue verwendet, ergibt € 1,03 pro neuer Kupplung. Die ursprüngliche kann man aber auch entsprechend präparieren. Bevor jedoch der Zug endgültig gekuppelt wird, sollten mindestens 2 Wochen Aushärtezeit vergangen sein, sonst kann es Probleme beim Trennen geben. Ggf. mit Polierleinen Körnung 400 die Oberflächen in der Kupplung glätten.

Bei kurzen Zügen oder geringen Strombelastungen kann man auf das Anlöten des Drahtes an der Deichsel verzichten. Der Draht wird dann einfach im Schacht mit dem KK eingeklemmt. Dies verursacht aber eine geringe Erhöhung des Übergangswiderstandes der Kupplung.

 

 

Die Umrüstung von Prefo® - Wagen auf Mittelleiter-Technik und mehr

Prefo® - Wagen haben von Hause aus Inneneinrichtung und Innenbeleuchtung. Nicht ganz richtig gut. 12 V - Technik im 2 - Leiter - System. Erstes Gebot: max. 10 V an die Birnchen (Regler), oder die sofort gegen 19 V - Versionen austauschen und Funktionsdecoder. Dann kann man dimmen und es müssen noch Schlussleuchten ran. Gibt es von Fleischmann, 2 verschiedene Sorten, unterschiedlich in der Fahrzeugbreite, 195 319 mit Abstand 19 mm oder 195 638 mit Abstand 22 mm, Lichtleiter - Ø 2 mm. Kamen dann zur Messezeit direkt aus Nürnberg. 25 % vom Conrad® - Preis, da gibt es was Ähnliches. Dann braucht man noch 2 rote SMD - LEDs, 2 Vorwiderstände und die Schlusslaternen sind perfekt. Den Fleischmann - Lichtleiter musste ich trennen und die SMD - LEDs einfach rankleben. 2 Vorwiderstände deshalb, weil man 100% die Helligkeit untereinander variieren muss. Hier waren 1K0 und 1K3 nötig, trotz der Dimmfunktion im Decoder. Der Dimmer steht auf Wert 5, der von der Innenbeleuchtung auf Wert 53! Unter dem Strich war es der komplizierteste Umbau. 3 Eilzugwagen B üme, später bei der DB hießen sie dann B4ywe-30/50.

Trotz der vorhandenen, wohl aus den 70-er Jahren stammenden Innenbeleuchtungen mussten Lichtleiter aus Überhangteilen von Roco® 40302 eingebaut und die beiden neuen Glühlampen im Abstrahlwinkel beruhigt werden. Heftig wurde dann der Einbau der Kupplungskinematik; Roco® 40344, die gekürzt werden musste. Dazu Drehgestell freifräsen mit der Option die alte Kupplung wieder einbauen zu können. Der Ausbau der Drehgestelle geht recht gut. Aufpassen, die Sicherungsscheiben hüpfen gerne weg. Die weiter unten abgebildeten Lichtleiterreste ergaben einen neuen Leuchtkörper. Der Abstrahlwinkel der Steckbirnchen wurde mit stärkeren Papierhülsen gebändigt. Das Problem was erst mal übrig blieb ist, dass der Kupplungskopf nicht in eine definierte Geradeausruhelage zurückkehrt. Dazu später, man kann damit zunächst leben, auf gerader Strecke die Wagen kuppeln. Der gesamte Zug hat einen (1) Flüsterschleifer bekommen, es stimmt, er ist wesentlich leiser als der von Märklin®. Das mit dem Freifräsen kann man einschränken, wenn beim Wiedereinbau der Drehgestelle diese entgegen der ursprüngliche Fahrtrichtung gedreht werden, das gibt mehr Freiheit für die Kupplungen. Natürlich nur die, in deren Bereich stromleitende Kupplungen eingebaut wurden. Am Zugkopf und -ende wurde nichts verändert, nur die Laternen. Die Faltenbälge zwischen den Wagen hab ich von PIKO® bekommen.

Bei diesem Umbau stellte sich auch heraus, dass der Universal - Kleber von Auhagen® noch lange Zeit Lösungsmittel, u.a. Wasser abscheidet. Es klingt blöd, aber es war so: die Scheiben des 1. Wagens beschlugen nach 2 Tagen innen, obwohl die geklebten Teile (Pappteile)  diese 2 Tage offen auf der Werkbank lagen! Die Scheiben wurden aber nicht irgendwie beschädigt.

Für die Stromabnehmerbefestigung habe ich im Drehgestell des Decoderwagens eine kleines Distanzstück aus Holz eingeklebt. 5 x 10 x 25 mm, schwarz bepinselt. Das entfällt natürlich, wenn man im 2 - Leitersystem bleibt.

An solch einen Umbau sollte man sich aber nur als erfahrener Bastler heran wagen und wenn man auch entsprechende Ersatzteile aus alten Roco® - Beständen vorrätig hat. Sonst kriegt man die Ruhelage der Kupplung nicht so einfach hin. Dann muss schon präzise Feinwerktechnik bei der Federherstellung herhalten. Das heißt man muss auch wieder Federstahl verfügbar haben. Ich denke, Roco® tut uns allen einen riesigen Gefallen, wenn viele der alten Kupplungen neu aufleben würden. Und hat wieder einen tollen Image-Vorsprung. Die Federn müssen natürlich gegen Wegspringen gesichert und im Druck justiert werden. Jetzt hat die Kinematik zwei Federn: eine Rückholfeder und eine Rückstellfeder. Ein bisschen Farbe muss auch noch ran.

 

                                                                                  

                                    die Rückstellfeder                                                                die Federsicherung                                 

 

Eigentlich bin ich ja Märklin® - Fahrer, aber es gibt eben noch andere feine Modelle. Die Wechselachsen sind von PIKO®, sehen am besten aus. Nun kam Nachschub: Ein A üme und ein WR4 üe von Jouef®. Der WR4 üe hat von Hause aus KKK, somit ist er problemlos in den Zugverband einreihbar, die Innenbeleuchtung stammt wieder von Roco. Alle Eingangsbereiche des Zuges werden konstruktionsbedingt nicht beleuchtet, deswegen erhalten sie "Führerstandsbeleuchtungen" mit 1 SMD - LED. Der A üme läuft als Kurswagen mit eigener Stromversorgung, also mit Schleifer, Decoder und angesetzten Schlusslaternen.

 

                                                                                

 

Die Schlusslaternen: der erste Versuch mit den Original-Teilen von Fleischmann®, also Laterne und Lichtleiter, zeigte sich als aufwändig. Insbesondere die Positionierung der SMD - LEDs war rechte Feinarbeit. Etwas komfortabler geht es mit "Stielaugen - LEDs", sogenannten Flat-Tops. Z.B. Typ L-13HD. Die haben 2 mm Leuchtstäbe und 1,5 mcd Lichtstärke. Das reicht für die Laternen bei If = 5 mA locker aus. Die Wandstärke des Wagens darf dann noch 2,6 mm betragen, dann ist alles bündig. Der Pferdefuß: man muss die Laterne mit einer Reibahle auf Ø 2 mm H7 aufreiben. Nun kann man alles wieder einfach an einander stecken. Ja nicht kleben! Die LED kostet max. € 0,16 / St. + Rv. Nur den Laternensatz für € 9,17 (Preis im Feb. 2010) braucht man halt komplett. Ohne Lichtleiter gibt es die Laternen nicht. Aber immer noch nur 25% vom Conrad® - Preis, Bausatz ZSB-1 (242122-97). Das passt nun an alle Wagen, die beim Vorbild auch angesetzte Laternen hatten! Für die Schnellzugwagen o.ä. mit integrierten Schlussleuchten gibt es aber auch hier eine saubere Lösung: Ersatzteil 109517 von Märklin®. Der rote Lichtkörper aus den UIC - Wagen. Zusammen mit 2 SMD - LED's wieder eine perfekte Lösung. Ungeschickter Weise sind die angespritzten Lichtleiter bei den IR von Roco® nicht an der richtigen Stelle, also müssen deswegen auch hier die SMD-LED's eingesetzt werden. Wichtig ist, dass der Lichtkörper von Märklin® an den unteren Vierkantzapfen um 2,5 mm gekürzt wird, sonst passen Inneneinrichtung und Wagenboden nicht mehr. Das Türfenster vom Übergang ist ebenfalls anzupassen. Da die leitenden Kupplungen nur einpolig sind, geht natürlich das Schlusslicht mit der Innenbeleuchtung an. Bitte gehen Sie mit äußerster Sorgfalt vor, sowohl beim Öffnen der Fahrzeuge wie auch bei der Montage der LED's. Es darf nichts, auch kein Draht über den Lichtkörper rausgucken. Leider muss man im IR von Roco® den Lichtkörper  im Gehäuse kleben, bitte, es gibt den Artikel "Hin & Weg - Kleber" von der Fa. NOCH®, # 61120. Der ist lösbar. Sonst muss man einen kleinen! Tropfen Sekunden-Gel nehmen.

 

                                                 

                                der Rohträger                                                                                                             und der Waggon

 

Kleben Sie die SMD-LED's stets nach dem selben mechanischen Muster ein, sonst haben Sie totale Verwirrung beim Verdrahten. Oder nix geht. Der Sekundenkleber muss eine Nacht aushärten, sonst überlebt er das Anlöten der Drähte nicht. Nicht vergessen, alle seitlichen Flächen sorgfältigst schwärzen oder andersfarbig abdecken, sonst gibt es rot leuchtende Türscheiben! In der Regel muss man 2 - 3 mal nachbessern.

 

                                                                                "Strickmuster"

 

Bevor man den (die) umgerüsteten Wagen endgültig wieder zusammenbaut sollte man die einwandfreie Funktion per Decoderwagen prüfen. Es kommt schon mal vor, dass eine LED am Rande der Toleranz liegt und somit bei den geringen Strömen etwas dunkler ist. Dimensionierung Rv und LED - Typ siehe UIC - Wagen. Nach Reparatur des Lichtkörpers zeigte sich aber, dass geringfügig Farbe zwischen Lichtkörper und LED geraten war. War wohl der Kleber zu knapp bemessen oder noch nicht richtig ausgehärtet.

Durch den geringen Strom sieht man im Lampengehäuse nicht nur das vom "Reflektor" abstrahlende Schusslicht, sondern auch die "Glühbirnen". Man muss  einfach das Originalmodell sehen. Bitte daran denken: die Decoder geben Plus als Masse ab! Der Minus kommt also an die leitende Kupplung!

Da fast alle älteren Reisezug- oder Nahverkehrswagen dem UIC - Standard entsprechen, hat man wenig Probleme mit den Maßen der Leuchtenabstände bei unterschiedlichen Fahrzeug - Herstellern und Fahrzeugen. Die Unterschiede von M 1:87 und 1:100 betrifft nur die Länge. Damit passen die Lichtkörper auch in die Silberlinge, wobei hier der Strom mit Rv = 16 kΩ auf 0,8 mA gesenkt werden sollte. Es sieht einfach besser aus.

Den Lichtleiter sollte man in der letzten Abdeckungsfarbschicht der Farbe der Inneneinrichtung oder der Wände des Waggons anpassen. Wer die unsinnigen Trennwände im Gang in den Roco® - Waggons beseitigt hat, kann die Spuren von Trennscheibe und Schleifkopf mit xerapol®  - Polierpaste von der Fa. E.V.I. GmbH in Neuried beseitigen. Gibt es bei den Campern. Teuer aber gut.

 

Die UIC x  - Wagen von Märklin® und Trix®

Die 28 cm UIC - Wagen von Märklin® und Trix® sind zwar für Innenbeleuchtung vorbereitet, es gibt manchmal auch Teile, aber es geht wie immer noch besser. Wer Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild bezüglich Lichtausrüstung seiner Züge legt, sollte weder die gelben noch die grell-weißen LED - Streifen einbauen, die auch noch unverschämt teuer sind. Die Wagen haben getrennte Stirnfenster- und Schlusslicht - Lichtleiter, was einer perfekten Kombination mit Fremdausrüstungen entgegen kommt. Jedoch wie so oft auf dieser Welt, man hat Bewährtes weggeworfen und durch Unzulängliches (diesmal billige LEDs) ersetzt. Die industriell eingesetzten LEDs haben meist unmögliche Farbtemperaturen, Tofu, nicht Fisch, nicht Fleisch. Da ist die Glühbirne noch angenehmer. Gefragt ist eigentlich eine Farbtemperatur von max. 5.000° K.  Lichtbänder mit warmweißen LED's sind reichlich teuer.

Ich habe deshalb auf die guten alten Roco® - Innenbeleuchtungen 40302 zurückgegriffen (ich weiß, Museumsstücke, nur wer hat, der hat, gibt es aber im Internet) und die ein wenig modifiziert. Das Ergebnis ist mal wieder super. Nach Trennung in der Mitte, Auseinanderziehen um 8 mm und neu verkleben sitzen die Lichtkörper exakt zwischen den Schlusslicht - Lichtkörpern. Der Hauptlicht - Lichtkörper muss nur um ca. 2,5 mm höher gesetzt werden und im Dachraum des Wagens müssen die Wärmeschutz-Folien über den Soffitten angeklebt werden. Der Hauptlichtleiter von Roco® erzeugt eine homogene Ausleuchtung und hat für die Schlussleuchten extra Lichtleiter mit angespritzt. Da ist man nicht vom Streulicht der LEDs abhängig oder muss zusätzliche teure Module einbauen.

 

                                 

                                              ein BD4üm-61 von Trix®,     die "Innereien" von Roco®      und das "Outfit":

 

                                                        

 

 

 

                               austauschbare Lichtleiter (Endstücke) von Roco®, 40302,

                                                                                                         für Schnellzug - Wagen von 24 cm bis 28 cm LüP

 

Noch mal so feine Sachen, die Roco® schnell wieder neu auflegen sollte. Es ist unwahrscheinlich, dass irgendwer leichtfertig die Formen verschrottet hat.

Wer den Wagen mit den Schlusslichtern perfekt machen will nimmt an den Lichtleiter direkt angeklebt 2 SMD-LED's Typ 15-21SURC/S von Conrad® (# 156314) mit Rv = 10 kΩ und Schutzdiode 1 N 4148, Anordnung siehe Bild "Strickmuster" oben. Die Roco® - Wagen haben auch diese Lichtleiter von Märklin® (# 109517) , kostet dann pro Seite knapp € 1,00. Die SMD-LED's selbst kosten grad mal € 0,10 / Stück und ziehen bei Rv = 10 kΩ ca. 1,5 mA. Mehr Strom ist schlecht, da man sonst den in München Hbf abgestellten Wagen auch bei dichtem Nebel schon in M - Pasing sieht. Den Lichtkörper muss man aber an allen Seiten sorgfältigst schwärzen, sonst hat man das rote Licht auch an den Scheiben in den Eingangsbereichen. Man sieht aber erst bei völliger Dunkelheit, ob man alle Stellen erwischt hat. Zwischen den Farbabdeckungen min. 6 h Trockenzeit! Den Lichtkörper ja nicht einkleben, er hält auch so. Vgl. Roco® IR - Wagen. Grenze bei den genannten SMD - LED's ist so bei Rv = 18 kΩ und ca. 0,5 mA.

Was die Fahrgastabteile betrifft: man kann mit ordentlich dimensionierten  Schaltungen und LED - Trägern auch abteilweise beleuchten oder sogar den Gang abtrennen. Das ist nur etwas aufwändiger.

 

                    Lichtkörper                                                            

 

Nach Lieferengpässen bei Märklin®, Schleifer 73406,  hab ich dann den Roco® 40500 montiert und als Masseschleifer ebenfalls eine Roco® - Feder genommen. Nun sieht der Wagen von unten eben so aus:

 

                                                   

 

Sollte der Masseschleifer Probleme bereiten, weil er nicht von oben über die Achse auf das Gleis drückt, kann man das mit der Kröpfung ändern. Am Rollwiderstand wird es kaum was ändern. Irgendwann sollte eh der (laute) Originalschleifersatz rein.

So ganz nebenbei: ein UIC - Schnellzug mit 5 Wagen kostet bei vollständiger Original - Ausrüstung ohne Lok € 497,- ... € 529,-. Meine „Bastelversion” gerade mal € 252,- (die preiswerten Trix®  - Wagen von Conrad® gibt es immer noch, dazu AC - Schleifer von Roco®, ebenso Innenbeleuchtung aus Restbeständen und Funktionsdecoder von Uhlenbrock®). Der teuerste, der Packwagen, kostete deshalb mit Decoder € 67.-. Die Preis - Dimensionen sind erschreckend, die Gegenüberstellung können Sie leicht selbst erstellen.

 

Über die aufgetretenen Probleme mit den Decodern 75000 (AnDi) und 76200 oder 76900 von Uhlenbrock® finden Sie weitere Informationen im Beitrag  Die Digitalisierung Steinheim . Uhlenbrock® kennt die Probleme (Unverträglichkeiten) sehr wohl, will sie aber aus preispolitischen Gründen nicht beseitigen. Die einfachen AnDi's reichen ja für einfache Anlagen auch aus.

 

Dreck an Rädern, Achsen oder auf Schienen sorgt für zusätzliche Verwirrung. Das hat aber mit der zentralen Stromversorgung im Zug nichts zu tun. Putzen! Mit grobem Pinsel und Waschbenzin, ja nicht kratzen! Bei verschmutzten Rädern versagen auch die S 88 - Module oder sonstige Rückmelder.

 

 

Ein Bauzugwagen von Roco®

Die erforderliche Innenbeleuchtung für die 3-achser Umbauwagen, hier für u.a. 44341A, gibt es noch im Internet, Roco® - Nr. 40307. Auch da gab es wieder das Problem, den Bauzug 3-Leiter-tauglich zu machen, ein Schleifer von BRAWA® half. Diese Dinger kann man modifiziert über der seitlich beweglichen Mittelachse ankleben, er wird exakt über dem Mittelleiter geführt. Vorn und hinten über den Achsen geht nicht, das blockiert die Kupplungskinematik. Damit das Teil nicht so auffällt, sollte man es brünieren (schwarz kochen). Ich weiß ja auch nicht, warum alle Hersteller meinen es müsse alles strahlend glänzend vernickelt oder verchromt sein. Dezent wäre wohl besser, wie beim Dachstromabnehmer. Aber denken tut weh. Zur Not kann man die Schleifer ja auch anpinseln. Dieses Lob gilt auch für Schienen, bei denen ja eigentlich nur die Lauffläche öfter mal blank ist. Aber auch das begreifen die Hersteller nicht. Früher schon, aber nun kommt wieder der Spruch vom Kaiser ... 

Da man die mitgelieferten Masseschleifer auch nicht montieren kann, hab ich das mittlere Achslager mit Silber-Leitlack zu einem Masseschleifer umfunktioniert. Die AC-Achse läuft nun in versilberten Seitenwangen, der Kontakt liegt am Rahmen des Lagers, geklebt und tüchtig versilbert, mit AWG 26 nach oben zum F-Decoder in der Dusche/Toilette. Die Lager sind regenerierbar.

 

                                                

 

Bei der Inneneinrichtung musste ich auch kräftig nachhelfen, um aus dem Wohn- und Schlafwagen einen solchen zu machen. Natürlich wurde auch tapeziert. Wenn man das Dach des Wagens innen weiß einfärbt, gibt das eine feinere Lichtverteilung. Aber über so was haben wir ja schon öfter gesprochen. Er hat Gesellschaft bekommen: einen Bautruppführerwagen 46334 ohne Schleifer, der mitgespeist werden muss und damit nun auch leitende Kupplungen hat.

Wie man richtige Schlusslichter hier einbaut ist gleich zu sehen, denn es geht genau so:

 

 

Noch ein Umbauwagen, der BDyg von Roco®

Die Umbauwagen haben zwar eingesetzte Schlusslichter, die von der Innenbeleuchtung über Lichtleiter beleuchtet werden, aber es sind arg trübe Funzeln. Man sieht sie kaum. Da der Einbauraum sehr eingeschränkt ist, die Fenster behindern den Einbau, muss man wieder auf die Subminiatur - LED's wie bei der BR 216 zurückgreifen, Conrad®  # 156350-62.

 

                                  Die SMD - LED's haben kathodenseitig auf der Unterseite eine Strichmarkierung

 

An die Anschlussfahnen Drähte mit Ø 0,1 mm CuL, von einem alten Fahrtrichtungsschalter, so anlöten, dass der Kathodenanschluss nach hinten umgebogen werden kann. Damit gibt es eine einseitige Zuführung, die nun den Einbau unter die freigemachten Fenstereinsätze ermöglicht. Die LED's haben eine Linse, die rot (Humbrol # 36, aber gleichmäßig!) eingefärbt werden muss damit das Licht etwas streut, auf der Unterseite muss schwarze Farbe ran, sonst sieht man die LED's durchs Türfenster! Die LED's bekommen einen Vorwiderstand von 39 kΩ, natürlich über Schutzdiode. Ergibt einen Strom von 400 µA.

 

                                                                                       

                          Den Fenstereinsatz kann man auch schöner abzwicken, aber das sieht ja keiner.                                                                  

 

Damit die LED's beim Anlöten nicht türmen, hab ich sie auf ein Stück Klebeband gesetzt, immer so, dass das zu lötende Beinchen frei war. Die Anschlussleitungen einfach durch unterschiedliche Längen kennzeichnen. Die Kathoden werden auf Ausgang A3 des Decoders 76900 geschaltet, A1 ist für die Innenbeleuchtung des ganzen Zuges über leitende Kupplungen vorgesehen. Mit dieser Belegung ist Innenbeleuchtung und Schlusslicht getrennt dimmbar: CV 50 = 20 = Schlusslicht, CV 51 = 40 = Innenbeleuchtung. Der Schleifer ist am vorderen Drehgestell angeschraubt, wer noch hat nimmt einen 40003 von Roco® oder sonst einen 206 370 von Märklin®. Es sind die kurzen Ausführungen, die man kaum sieht, aber in der Höhe justiert werden müssen (2 Unterlegscheiben). Alternativ gibt es noch den teuren Flüsterschleifer 40500 (42 mm) von Roco®.

 

                                                   

 

Noch ein Hinweis zu Inneneinrichtungen in Waggons. Die meisten Hersteller haben einen Einsatz, der unifarben ist. Wenn man den Waggon schon offen hat, dann kann man ja gleich den Fußboden den realen Tatsachen anpassen. Entsprechende Druck-Muster einkleben oder anpinseln. Ich hab koloriertes, dezent grau gesprenkeltes Papier 160 gr. /  m² (Kopierkarton) genommen, Grundfarbton je nach Inneneinrichtungsfarbe, also creme, lichtgrau, hellviolett, türkis oder hellgrün. Aber gesprenkelt muss es sein, simuliert Teppichboden. Oder selber machen, ausprobieren, Drucker sind geduldig. Diese Aktion bringt Helligkeit in den Waggon. Dies ist besonders wichtig bei den IR von Roco®, die teilweise dunkle blau - grüne Sitze haben. Den Kopierkarton gibt es in Druckereien, die auch Glückwunschkarten usw. herstellen. Dann grinst einen auch nicht mehr das blanke Metallgewicht im Mitteleinstiegsraum an! Zuglaufschilder u.a.. Liegen bei den Umbauwagen bei. Aber man kann keinen Wagen vollständig zum Nichtraucher ausschildern. Da pennt Roco® verbissen seit ca. 40 Jahren.

Der Decoderausgang, der die Zuginnenbeleuchtung steuert, muss zur Vermeidung von Decoderzerstörungen mit einer Diode BAT 48 o.ä. (40 V, 350 mA) entkoppelt werden (Kathode zum Decoder)! Dies ist notwendig, wenn Loks mit leitenden Zugbeleuchtungskupplungen ausgestattet sind und auf einen Decoder-Zug gekuppelt werden. Siehe Beitrag Triebfahrzeuge. Aber: wird ein Decoderzug mit einer Stromkupplungslok gekuppelt, ergibt sich durch die beidseitige Einspeisung ein praktisch flackerfreies Innenlicht, da Kontaktunterbrechungen des Zugschleifers nicht mehr auffallen.

 

Steuerwagen BDnf 735, ein Silberling aus der Karlsruher Familie  (Roco® 44400)

Dieser Steuerwagen ist für die Digitalisierung perfekt vorbereitet. Dessen Drehgestelle haben nach Einsatz von Tauschachsen alle Achsen an Masse und bieten ein Befestigungsloch für der Schleifer. Gewinde M 2,5 schneiden, Schleifer anschrauben, Kabel hochziehen, ein zweites Kabel für die leitende Kupplung ebenfalls, fertig. Unterm Dach geht es sehr ordentlich zu: 2 Stromschienen für die Innenbeleuchtung, 1 Glühlampe für Zugziel und Stirnlampen sowie ein weitere fürs Schlusslicht. Alle 3 Lichteinrichtungen sind getrennt steuerbar. Platz für den Decoder 76900 gibt es auch reichlich im Gepäckabteil. Damit ergeben sich folgende Tastenfunktionen für die zu schaltenden Ausgänge:

A2: Spitzenlicht und Zugzielanzeige mit f0     A1: Schlusslicht mit f0     A3: Innenbeleuchtung mit f1     und    A4: Zugbeleuchtung (leitende Kupplung)  mit f2 ,   davon sind A1 und A2 fahrtrichtungsabhängig. CV 50 und CV 51 (Dimmer) auf 30 setzen. Konventionsgemäß leuchtet bei Display - Pfeil Vorwärtsfahrt das Schlusslicht (Lok zieht). Die Vorschriften für die Zugbeleuchtung gem. ESO 1959 sind beim Betrieb zu beachten, insbesondere beim Wendezugbetrieb. Mit diesen Schaltmöglichkeiten kann man auch einen unbeleuchteten Leerzug zum Einsatzbahnhof auf die Reise schicken, das Schlusslicht / Spitzenlicht brennt aber!

 

                                           

                                                                    Achtung: die 216 025-7 hatte keine Wendezugsteuerung!

 

Da man den Steuerwagen zerlegen muss, müssen die ursprünglichen Anschlusskabel von den Drehgestellen an den Stromschienen abgelötet werden. Sie sind beim Zusammenbau lästig kurz, also einfach durch neue (längere) ersetzen und dann, wenn alles wunschgemäß funktioniert, auf benötigte Länge kürzen. Im Dachraum ist nur wenig Stauraum! Sinnvoller Weise wird den Wendezügen eine Lok fest zugeordnet. Aufpassen, dem Wagen fehlten die Wärmereflektoren im Dach über den Lampen. Unbedingt nachkleben! Die Aufrüstung auf Decoder gilt natürlich auch für die BDnf 738! Für die Zugzielanzeige des Karlsruher ist die Schrift Calibri (6 Pixel fett) passend, gedruckt auf 80 gr. - Papier in Foto - Auflösung. Mit einem Hauch UHU-stic® fixieren, dieser Kleber greift den Lichtleiter nicht an. Damit entfällt auch die aus mehreren Blickwinkeln störende Blendwirkung des Lichtleiters.

Hinweis: bei beiden Zügen zeigte sich, dass immer noch Soffitten mit 12V im Umlauf sind! Man muss also jeden Zug auf gleiche Betriebsspannung der Soffitten kontrollieren und diese ggf. austauschen. Die von BRAWA® haben 12V und die neueren von Roco® 16V! Ungeschützt sind beide nicht digitaltauglich. Wer seine Züge nicht mit einem Decoder ausrüsten will kann diese auch mit einer leitenden Kupplung von der Lok aus speisen. Dies ist u.a. bei den BR E10/E40/E41 und den BR 110/140/141 problemlos möglich, wenn sie mit den KK-Drehgestellrahmen ausgerüstet sind, siehe Beitrag Triebfahrzeuge. Dann entfällt allerdings meist die Möglichkeit das Schlusslicht am Zug getrennt zu schalten. Hier das vollständige Blockschaltbild bei Doppelspeisung und Wendezugsteuerung:

 

 

                                             

 

WARNUNG!   Bei Kurzschlüssen zwischen stromführender Kupplung und Gleis wird gem. Hinweis der Fa. Uhlenbrock® der (die) Decoder zerstört! Diese Gefahr besteht besonders bei Verwendung der Märklin® - Kupplungen. Werden die KK - Köpfe von Roco® an den nicht als Kontaktflächen sondern nur als Leiter dienenden Seiten sorgfältig mit Acrylfarbe abgedeckt, ist hier die Gefahr eines Kurzschlusses sehr gering.

Loks, wie die BR 141 oder die BR 216, die mit leitenden Kupplungen vorwiegend im festen Wendezugbetrieb eingesetzt sind, sollten eine besondere Lichtschaltung bekommen, damit die Zugspeisung bei vorschriftsmäßiger Beleuchtung gewährleistet ist. Siehe hierzu Beitrag BR E41 / 141. In normalen Zügen entfällt der Steuerwagen, Waggon n bildet hier den Schlusswagen ohne leitende Endkupplung.

Noch ein Hinweis zu den Schlusslichtabmessungen: in der Regel benötigen Triebfahrzeuge und Umbauwagen LED's mit Ø 2,0 mm. Personenwagen (RIC und UIC) mit integrierten Schlussleuchten haben Ø 2,5 mm. Die von vielen Bastlern verwendeten 3 mm LED's sind völlig fehl am Platz und verderben das Modell.

 

 

 

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