Füssener Modellbaublätter                                            2/10  

 

Thema:                   Lok - Varianten

                    Die Baureihe E10 / 110 

 

Basis sind wieder die Märklin® - Modelle 3039 der E10. Hier gibt es schon ab Werk einige Varianten in blauer Lackierung, die in die Epochen III / IV gehören, das Gehäuse selbst wurde über Jahre hinweg wenig geändert (Regenrinne). Grundsätzlich haben alle Modelle Schlusslichtattrappen, die es zu aktivieren gilt. Bitte beachten: ein Lichtwechsel ws/rt ist im Analogbetrieb ohne Vorschaltelektronik nur nach Umrüstung auf potentialfreie Lampenhalter möglich, da das Fahrtrichtungsrelais Masse schaltet. Bitte beachten: bei der sogenannten Trickschaltung wird ein Gegenfeld in der Feldspule erzeugt!

 

                                                

Bilder der Original - Loks im Auslieferzustand (Doppellampen und umlaufende Dachrinne) sind leider sehr rar,  ich hab aber eines von der 110 234-2 gefunden.

 

Die Ausrüstung mit Flat-Tops als Schlusslichter wurde eigentlich schon oft genug besprochen, siehe E40 oder Lichttechnik Teil 2.

Als halbwegs authentisch anzusehen sind folgende Märklin® - Modelle: E10 238, die 110 234-2 mit silbernem Dach in der Erstversion und die 110 249-0 mit der zunächst verstümmelt erscheinenden Rahmenbeschriftung. Die teilweise fehlenden Hersteller- und Ausrüsterschilder sind korrekt, ebenso die fehlenden Frontgriffstangen und der weiße DB - Keks an den Stirnseiten. Die Maschinenraumfenster jedoch sind falsch, sie hat Klattefenster, die Umlauftritte sind genauso falsch, sie verschwanden mit den Griffstangen. Es gibt aus 1986 genügend Belegfotos. Erst danach wurde weiter umgebaut und umgefärbt.

 

                                                              Regenrinnen und fehlende Frontgriffstangen sind korrekt.    

 

             7.9.1989                            kurz vor Plochingen in Richtung Stuttgart.  Foto: Roland Lewner

 

Warum sich die Modellbahnhersteller, - alle, nicht nur Märklin® -, in der Vorbildtreue immer wieder derart gravierende Fehler erlauben, es ist nicht nachvollziehbar.

 

 

Das Angebot an geschundenen älteren Modellen fordert es geradezu heraus:

 

                 Der Umbau auf Kombilampen  -  E10.1

 

                                     

Doppellampen gab es bei Auslieferung erst ab E10 216. Zum Umbau einer 3039 muss man zunächst die Schlusslicht - Attrappen auf Kombilampen - Ø 3,0 mm und das obere Spitzenlicht auf Ø 2,3 mm aufbohren. Dann sollten die Lichtkörper der E41 (3034) passen, sonst muss man die Differenzen mit der Nadelfeile ausgleichen, die Toleranz der Abweichungen ist aber durch das neue Lampengehäuse (Materialstärke) begrenzt! Da man das Alter der Lichtkörper kennt, sollte man darauf Rücksicht nehmen, sie brechen gerne ab! Die Beseitigung der alten Doppellampengehäuse ist ein wenig Feinarbeit mit Dremel®, Feile und Schmirgelleinen.

 

       Damit die obere Lampe außen bündig bleibt, braucht der LK etwas Freiraum:            

 

Da man im Bereich der Führerstände eh mit Feile und Schmirgelleinen recht heftig zu Gange ist, bietet es sich an, die meist nachlässig bearbeiteten Formfu-gengrate ordentlich zu entfernen.

 

                                                          

 

Das nächste Problem ist die Rekonstruktion des umlaufenden Tritts. Hier ist ein Implantat erforderlich, das die ehemalige LK - Bohrung und die Lücke im Umlauf füllt. Ich hab mich für UHU® - schnellfest und Polystyrolstreifen  entscheiden. Ein Versuch mit Spachtelmasse aus dem Autozubehör ist hier fehlge-schlagen, das lag aber sicher am mißglückten Mischungsverhältnis bei den benötigten sehr geringen Mengen.

Neue Lampengehäuse lassen sich aus Isolierbuchsen für die Transistormontage herstellen. Teil auf ein 3 mm Rundmaterial (z.B. Anguß - Reste) aufschieben und entsprechend der Lokfront schräg auf Maß sägen. Der eingesetzte Lichtkörper dient als Zentrierung für das Heften der neuen Lampengehäuse mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber am Lokaufbau. Zur endgültigen Klebung muss der LK wieder entfernt werden! Belastbar sind die Klebestellen trotz 2K - Kle-ber natürlich nur in Grenzen. Bis hierhin ist der Umbau eher etwas für geübte Bastler als für Schlüsselweite 27 - Schrauber.

 

                             

 

Der Rest dagegen ist dann schon (fast) Routine: entfetten, grundieren, lackieren, beschriften und komplettieren. Fast Routine heißt: die Lüfter. Wer nicht ab-kleben will muss sie von Hand einfärben. Dabei löst man mit Weinert  - Farben aber den Untergrund an, das wird nichts! Da muss man dann Humbrol® 191 (etwas abgetönt) nehmen, aber gut durchtrocknen lassen, sonst gibt es u.U. mit dem Klarlack Probleme. Ach so, die Innereien:  wie immer bei unveränderten Allstrommotoren: ein Uhlenbrock® 76200, denn der Scheibenkollektor bleibt erhalten. Weder mfx noch Sinus und natürlich auch ohne Tröten - Modul ... 

 

                                                                   

 

Die Kombilampentechnik kennen wir schon von den Umbauten der BR E41 und was die Puffer betrifft: rechts gewölbt - links flach. Die Drehgestellrahmen mit angesetzten Führerstandstreppen und NEM - Schacht stammen von der 3344. Was man leider nur mit erheblichem Aufwand ändern kann: die Lüfterlamellen sind bzw. waren bei der E10.1 anfangs waagerecht angeordnet ...   Aber, die Lok steht ja nicht auf dem Präsentierteller, sie fährt auf der Anlage.

Der Schriftsatz (Metall - Ätz - Schilder E 322) ist von Gaßner - Beschriftungen:   E10 118  -  Krupp / Siemens -  BD Karlsruhe / Bw Heidelberg später Offenburg.

 

                                     

 

 

 Dass die Viessmann® - Oberleitung Katzenbuckel macht liegt sicher nicht nur am Weitwinkel, sie ist halt instabil ...

 

Der kleine Tritt über dem rechten Puffer ... damit er beim Zusägen nicht verschwindet, einfach auf Klebeband befestigen, dieser Griff erleichtert dann auch das Anschleifen der Frontrundung. Die Riffelung muss während der Lackiererei abgedeckt bleiben, sonst ist sie bald mit Farbe vollgesetzt. Das Material: Reste vom Auhagen® -  Bausatz 12216, Teil 55. Umrüstteile für das Chassis: Drehgestellrahmen 215952, Treppe 229850, Kupplungsdeichsel 344890 und Schraube 750200. Maschinenraumfenster: 216090, Ersatzteile für den Dachgarten gibt es auch, Isolatoren 248300, meist mit dem neuen E davor oder cpl. 224991.

 

 

 

Hinweis für diejenigen, die gerne mit zusätzlichem Abdecklack arbeiten: dieser lässt sich an kritischen Stellen sehr gut mit einer Spritze mit stumpfer Kanüle Ø 0,5 ... 0,8 mm auftragen! Konkret: bei den Lüftern mit Klebeband ca. 1 - 1,5 mm Abstand halten und die Zwischenräume mit Latex füllen. So werden auch die Lüfterränder korrekt mitlackiert und da der Abdecklack benetzt werden die Außenkanten jedoch mit abgedeckt. Mehr noch: der heftige Pinselverschleiß wegen nicht mehr zu reinigende Pinsel wird drastisch reduziert. Hier die Grundabdeckung vor RAL 5011 (stahlblau) und RAL 9005 (Rahmen):

 

             mit Spritze ohne Kanüle auftragen und mit einer Reißnadel in die Ecken ziehen ...

                        aber diesmal wird daraus die E40 019           

 

Zum Schluss ein Elektro - Tipp: die Vorwiderstände für LED's möglichst dicht hinter den Ausgängen des Decoders anordnen, damit ergibt sich im Falle eines Masseschlusses (z.B. ein eingequetschtes Kabel) eine Strombegrenzung für den Decoder und die LED's werden zusätzlich zur Schutzdiode  besser geschützt. Ebenso sollte man den Einsatz von leitenden Kupplungen (Eigenbau, abschaltbar) für die Zugbeleuchtung in Erwägung ziehen, die neuen Drehgestellrahmen mit NEM - Schächten machen es möglich. Die Schlusslichter: jede Seite 2 SMD - LED's 1206 in Reihe mit Schutzdiode 1N 4151 und Rv = 39 ... 47 KΩ. Ein IF von ca. 300 µA ergibt ausreichende Helligkeit!

 

    

                                                                      

 

©  Wolfram Stephan                                                Inhaltsverzeichnis                 Startseite