Füssener Modellbaublätter                                  3/09   

 

Thema:                   Eigenbauten (Lok - Varianten)

                    Die erfolgreichste Lok der DB:  Baureihe E40 / 140   -   BR 139

 

   Auch von der Großserien - Neubau - Einheitselektrolok der Baureihe E40 / 140 der DB gibt es 2 markante Varianten: zunächst die Flaschengrünen (RAL 6007), mit Kombilampen, ab 1960 dann in chromoxydgrün und, es wiederholt sich, die spätere Serie mit Doppellampen. Zunächst auch in chromoxydgrün (RAL  6020) und dann etwas bunter bis zur Railionvariante.

Die Baureihe E40 / 140  hat sich auf der Schiene durch ihre Universalität und Zugkraft nachhaltig durchgesetzt. Den Erfolg dieser Lok konnte auch die Schwesterlok, die spätere elegante Bügelfalte BR 110 nicht bremsen.

Wer mich ein wenig kennt weiß dass ich ein sturer Märklin® - Fan bin (auch wenn ich ab und zu mal Fremd gehe) und meine Lokvarianten stets aus „Ausschlachtmodellen” regeneriere. Etwas langwieriger, aber dafür werden sie dann so, wie sie wirklich aussahen und haben ein ordentliches Innenleben.

 

 

 ein Vorbildfoto als Vorlage

 

                                                           

                                                                           Endlage Wischer beachten! 

 

 

 

 

                                                     

                                                       

Die erste E40 im Bw Steinheim: eine Serienlok von Märklin®, die 3040, die hier aber schon die neuen Drehgestellrahmen mit NEM - Schacht und Führerstandstreppe hat.  Nun bekommt sie Gesellschaft.

 

 

Die neue Lok entsteht:

eine Überlebende aus der Schrottkiste bei Märklin® : die 140 239-5

 

                                       

 

Sie ist nicht gerade in den Kessel mit Zaubertrank gefallen, deshalb geht es nun ans Werk:  abschminken, nicht schleifen, grundieren und neu lackieren.

 

           

 

                                                                                                                

                                                                             in der Lackiererei mit 3 Varianten der Großmutter,  E 41 024, 141 207-1 und E41 007.

 

 

                                                                                                                 

 

   

 

Die Farben:               Grundierung:         Duplicolor® Acryl weiß 1- 0060    aus dem Autozubehörgeschäft

                                                                        oder WE 2698 von Weinert-Modellbau

                                    Aufbau:                    RAL 6020 Nitro-Acryl sm Nr. WE 2629    (chromoxydgrün) Fa. Weinert-Modellbau

                                    Rahmen:                  RAL 9005 Nitro-Acryl sm Nr. WE 2646    Fa. Weinert-Modellbau

                                    Drehgestelle:           RAL 9005 (schwarz),  nach 1975:   RAL 8019 (graubraun)                                   

                                    Dachfläche:             RAL 6020 und RAL 9007 (graualu) sm  Nr. WE 2648   Fa. Weinert-Modellbau

                                    Lüfterlamellen:      wie Dachfläche! (siehe Originalfoto oben)

                                    Isolatoren:               Humbrol® Nr. 20 purpurrot, die Kühlschlangen am Rahmen bleiben grau!

                                    Dachleitung:            dunkelgrau-purpur  =  2T Humbrol # 20 und 1T Humbrol # 67

                                    Stromabnehmer:    Grundfarbe RAL 3002, verwaschen und verschmutzt     (anrühren und ausprobieren) 

                                    Beschriftung:          Gaßner - Beschriftungen Nr. E 326 (Metall − Ätzschilder)

                                    Versiegelung:          Acryl - Klarlack sm Nr. WE 2697 Fa. Weinert-Modellbau

 

Hinweis: die Puffer werden erst nach Abschluss aller Lackarbeiten (Klarlack) eingedrückt, sonst rosten sie nicht! Oder gleich welche mit Flugrost verwenden und dann mitkonservieren! Noch was: eine perfekt lackierte Lok muss nicht sein! Wäre unnatürlich.

 

                                                              

 

Nun mögen die Vitrinensammler mal wieder aufschreien, aber es entsteht keine Lok fürs private reinrassige Märklin® - Museum, sondern eine betriebsfähige Maschine mit Gebrauchsspuren wie im richtigen Leben. Hier scheiden sich Katalog, Koll und Wirklichkeitsmodell. Ähnlich wie bei Briefmarkensammlungen.  Die Frontscheiben muss man eigentlich auch ändern, da die Wischer im Original mit wenigen Ausnahmen andere Endstellungen haben. Im Gegensatz zu neueren fertigen Modellen kann man hier die vorbildgerechten Puffer einsetzen: links flach und rechts gewölbt! Die serienmäßigen flachen Puffer sind mal wieder ein unangebrachter billiger Lausbubenstreich von Märklin®.

 

                                                                                                  

 

Die hier recht einfachen Arbeiten für Decodereinbau und Lichtwechsel für Wendezug- und Schubbetrieb (Flat-Tops) sind wie bei ähnlichen Modellen durchzuführen. (vgl. Fahrzeugbeleuchtungen)

 

       

                                            Decoder Uhlenbrock®  76200 in einer E 41, einfacher und ordentlicher geht es kaum

 

Anmerkung:    es wird meine erste Märklin® - Lok mit leitenden Eigenbaukupplungen auf Basis Roco® 40271. Damit entfällt der Schleifer im Zug! Die isolierten Kupplungsträger bieten sich regelrecht an!

WARNUNG!   Bei Kurzschlüssen zwischen stromführender Kupplung und Gleis wird gem. Hinweis der Fa. Uhlenbrock® der (die) Decoder zerstört!

Zu den Ersatzteilen, einige werden etwas rar, z.Zt. nicht mehr lieferbar sind die kompletten Drehgestellrahmen (sw) für die NEM - Schacht - Aufrüstung.  Für das Dach gibt es einen kompletten Teilesatz: 224991. Der muss aber farblich gründlich überarbeitet werden, sieht sonst gehauen aus! Puffer sind kein Problem, Griffstangen zwickt man sich selbst zurecht (Stahldraht blank, gerichtet, Ø 0,5 mm aus dem Modellbau - Fachhandel, 50 cm kosten ca. € 1,25). Die Dachstromabnehmer sind eigentlich auch keine Frage, 7218 neu und entsprechend angestrichen. Fahrwerksteile gibt es ausreichend auf dem ebay - Markt, Preise sind Geduldssache.

Zurück zum Maschinenraumfenster: Im Original hat die Lok ein feststehendes Fenster ohne Steg, siehe Foto. Das von der neuen Lok - Version 37401  passt aber nicht, weil es etwas zu groß ist. Man nehme:  z.B. von Vollmer® Fensterscheiben mit ca. 1 mm Stärke und feilt diese auf exakt einzusetzende Größe. Am Aufbau müssen natürlich rechtzeitig noch die Rahmen schwarz anstrichen werden, Fenster immer einzeln anpassen! Da die Fensterausschnitte im Aufbau eine leichte Ausformschräge haben, kann man sie ohne Kleber einklemmen!

 

    auf Arbeit:                                       

   

                                                     mit ungetarnten stromführenden Kupplungen:       

 

 

Übrigens, bevor der Motor (aus einer Schrott - E 40) so aussieht, sollten Sie mal ab und an einen Service - Termin für die Lok einplanen!

 

                                                   ich hab schon viel Elend gesehen, aber da dreht sich nichts mehr!

 

 

Im BW Steinheim gab es Nachschub: eine E40 072 (37 401). Was leider ganz und gar nicht stimmt: zu Zeiten der Eigentumsschilder -Deutsche Bundesbahn- gab es noch keine Klatte - Lüfter! Somit ist die Beschriftung falsch. Nicht einmal die Farbe stimmt. Nur die Regenrinnen. Schlechter Gag und schwache Leistung aus Göppingen. Wozu dieser Ausreißer? Bei der 3439 ging es ja auch etwas besser, da fehlen nur die Schneeschieber.

 

                                                          

Linkes Bild:  schon digitalisiert, mit neuen Schlussleuchten, neuen Drehgestellrahmen (344 880 + 2x Treppe 229 850) und NEM - Schacht.  Sie wurde auf RAL 6020 umlackiert und umgezeichnet: 139 552-4. Vorbildgerecht, mit Schneeräumer. Wieder ein Unikat auf meinen Gleisen.

      

Das Abbeizen der Lok geht fix: Lichtkörper und Fenster raus, Dachgarten abbauen und dann mit Universalverdünnung und einem Borstenpinsel ran. Danach müssen die Puffer und die Signalpfeifen ausgebaut werden. Bei den Puffern mit einer Flachzange hinter den Teller fassen und dann behutsam mit kleinem Hammer austreiben. Für die Signalpfeifen braucht man einen Durchschlag mit Ø 0,8 mm (Stahldraht!). Wem die Dinger verloren gehen: 239 990. Die kann man auch auf andere Loks setzen, sie kosten € 0,79 / Stück. Hinweis: die Signalhörner der BR 111 gibt es auch als Ersatzteil: 237 010. Was man dann nach der Grundierung aus dem Gehäuse macht,  BR 110, 139 oder 140, nun, es ist alles offen. Die falsch beschrifteten Gehäuse gibt es öfter bei ebay.

 

                    

 

Nun gibt es von der komischen E40 072 natürlich 2 Varianten: einmal mit angegossenen Zierstreifen und Griff unterhalb des Fensters, das Gehäuse eignet sich für die älteren Ausführungen in chromoxydgrün und dann die ohne den angegossenen Zierstreifen für die elfenbein / ozeanblauen Loks. Sollte man drauf achten, man tut sich leichter beim Lackieren. Die Variante mit der Zierlinie hat einen hundsmiserabel überarbeiteten seitlichen Dachübergang.  Ich weiß nicht, warum manche Vitrinensammler so stolz auf solchen stets wiederkehrenden Serien - Murks sind.

 

                                         damit es eine BR 139 wird: der modifizierter DGR 344 880,                                      

                                        die Schneeschieber von der BR 111 oder der BR 151 passen.

 

Ich hab auf den Abdecklack #2321 verzichtet und mit Abklebeband gearbeitet. Das ist zwar etwas aufwändiger aber geht manchmal besser, denn der Abdecklack netzt. Wichtig bei den Lüftern, damit die Ränder rundum auch gleichmäßig silbern mitlackiert werden. Für die runden Deckel auf dem Dach hab ich mir die Masken mit einem Locheisen hergestellt. RAL 9007 (graualu für Dachaufbauten, Lüfter und Gürtellinie) ist aus Humbrol® #191 mit #67 angemischt. Die Beschriftung: vorwiegend Nass-Schiebebilder. Arbeitsaufwand: ca. 16 Std. (4 Tage).

 

    Schlusslicht - LEDs E10 / E40 / 141 / 151 :                                                  

 

Auf angepasste Helligkeit der Flat-Tops achten, Rv muss > 15 kΩ sein, IF > 1 mA wirkt übertrieben hell!

 

 

 

Bestand Baureihe E40 / 140                                                                                                                                                           Bahnbetriebswerk Steinheim

Fahrzeug             Farbe                                      Ausführung                                       Lüfterbauart                 Dach:                                   

 

E40 019       chromoxydgrün RAL 6020             Kombilampen                                  Schweiger                     weißalu  RAL 9006 mit Betriebsspuren

                    DB                                                   geteiltes Maschinenraumfenster

E40 209       chromoxydgrün RAL 6020             Doppellampen                                  Schweiger                     RAL 6020 / graualu  RAL 9007

                    DB                                                   ungeteiltes Maschinenraumfenster

E40 210       chromoxydgrün RAL 6020             Doppellampen                                  Schweiger                     weißalu  RAL 9006

                    DB                                                   2-teiliges Maschinenraumfenster

140 193-4    ozeanblau / elfenbein 1014          Doppellampen                                  Klatte                            RAL 1014 / RAL 9006 mit Betriebsspuren

                    DB                                                   ungeteiltes Maschinenraumfenster

 

 

Bestand Baureihe 139  =   E40.10                                                                                                                                    Bahnbetriebswerk Offenburg

Fahrzeug             Farbe                                      Ausführung                                       Lüfterbauart                 Dach:                                   

139 552-4     chromoxydgrün RAL 6020           Doppellampen                                Klatte                           RAL 6020 / graualu  RAL 9007

                     DB                                                   

 

                                             

 

 

Wie die E10.1 gehörte auch die E40 mit Kombilampen ins damalige Alltagsbild:

 

                  

 

 

Umbauhinweise auf Kombilampen gibt es für die Märklin® - Bahner bei der BR E10

 

               

 

 

E40 019   -   Henschel / Siemens - BD Karlsruhe / Bw Offenburg

 

 

 

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