Füssener Modellbaublätter                                  8/07   

 

Thema:                   Eigenbauten ( Elektronik )

                    1.  Verkehrsampeln

                  

 

Kreuzungsverkehr kann man mit Verkehrsschildern regeln oder mit Hindernissen genannt Ampel. Oder Polizisten. Reale Verkehrsampeln sind ganz aus oder starten mit allseitiger Gelbphase. Damit keiner ein böses Erwachen hat, weil eine Rotlichtkamera ihn erwischt hat. Wie im richtigen Leben. Anders bei Busch© 5902. Da sieht man u.U. erst mal rot und dann schwarz, bzw. ein Knöllchen und Punkte. Nicht sehr fein. Ein Faller©-Car jedoch kann man präparieren, dass es Rot-Phasen ignoriert. Wie im richtigen Leben. Der nächste Schwachpunkt: es gibt keine Umschaltung auf Nachtschaltung, die Dauerblinklicht an untergeordneten Seitenstraßen erzeugt. Bei den Anlagen von z.B. Signalbau Huber in München gab es im Steuerschrank noch eine ganz schlimme Taste: "Alles Rot". Dann stand ein Sheriff auf der Strasse und brachte alles völlig durcheinander, oder irgendwelche Rettungsdienste brauchten freie Kreuzungen. Und "Grüne Welle" ist bei Modellampeln meist unbekannt.

Also heißt die Herausforderung: eine richtige Ampelsteuerung muss her. Vorgabe: beim Einschalten der Anlage alle auf Nachtschaltung und dann per Einzel-Befehl Einschalten über Gelbphase. Grüne Welle bei Feuerwehr und bei Bussen über Anforderungskontakt. Ist nicht schlimm, denn ich habe auf 5,5 m² Stadt nur 6 Ampelanlagen, also 2 Relaisdecoder extra. Die Bahnübergänge sind ein anderes Thema.

Die Grundschaltung ist mal wieder einfach, bewährte alte TTL - Bausteine, die allerdings rar werden. Irgendwann wird man einen Controller nehmen müssen. Texas-Instruments fertigt den SN74LS93 schon nicht mehr. Wer Dreiwege-Kreuzungen hat braucht eine besondere Ampel, da bei regem Faller©-car - Betrieb es schon mal mit Abbiegern scheppert. Da hilft dann nur eine Ampelanlage, die nur immer 1 einzige Einmündung oder gezielt Abbieger freigibt. Der grüne Pfeil taucht auf. Oder man setzt sich hin und baut verknüpfbare Ampeln. Kreuzungen mit nur 3 Einmündungen häufen sich zusehends auf den Modellbahnanlagen.  

 

Startpunkt Fußgängerampel. Die einfache Schaltung entspricht den üblichen Vorbildern. Einschalten per Taste mit Hauptstraße "grün" und FG - Überweg mit "rot". Falsch ist nur der periodische Wechsel, statt der zeitlich variierende, der eine Anforderung des Fußgängersignals kennzeichnet. Ein Nachteil aller fest per einfacher Logik programmierten Steuerungen. Aber preiswert, trotz richtiger Anschlussklemmen,  Quetschanschlüsse mit Stöpsel sind primitiv und störanfällig. Aber man kann eine Steuerung für 2 getrennte Überwege einsetzen. Die sind zwar dann synchron, aber z.B. am Fußgängerüberweg auf dem Bahnhofsvorplatz mit 2 durch Blumeninsel getrennte Fahrtrichtungen sinnvoll.

  Ein Baustein kostet ca. € 4,50 Netto plus Ampeln. Auf eine Euro passen 3 Steuerungen. Dies reicht auch für normale, einfache Standardkreuzungen in einer Kleinstadt mit je 4 Abgängen aus. Der im Bild anscheinend vorhandene Kurzschluss beim µA 7805 stammt vom Aufsteck - KK. So eine Kreuzung hat dann gleichzeitig 10 LEDs brennen ohne Abbiegepfeile. Strombedarf bedenken!

Wer reale Technik will muss kräftig erweitern:            Nachtschaltung und Einschalt-Gelbphase und ggf. µA78S05

 

                                              

 

Wie man sieht wird der Weg zur ordentlichen Ampelsteuerung nun etwas aufwändiger. Im obigen Entwurf fehlt noch das Monoflop für den allseitigen Gelbstart und die Ansteuerung 3. Straßenabgang. Dafür gibt es schon den Taktausgang und die Reset-Meldung der Anbaustufe. 2 Darlingtonstrecken sind noch frei für die Grünpfeile. Auch hier sollte man bei guter alter TTL - Technik bleiben, eine oder zwei zusätzliche Dioden im gemeinsamen Plusrücklauf sparen viele Vorschaltwiderstände. Auf eine rücksetzende Sicherung (Multifuse) sollte man auch nicht verzichten.

 

Die Erweiterung: 80 x 160 mm pro Steuerung. Hinzu kommen Teile für Nachtschaltung und Startbedingungen "Gelb" , sowie ein Buffer für saubere Stromversorgung der nunmehr vielen (8) Ampeln. Wir arbeiten aber an einer neuen Lösung, die ist dann recht universell und komfortabel aber ein wenig teurer. Werden wohl 6 - 7 Stück NE 555 und ein paar Transis werden. Da kann man dann aber für jede Fahrtrichtung eigene Phasenlängen realisieren. Nun ja, ein Prachtstück von Lok kostet Faktor 20 - 30 mehr. Dafür hat man die Wahlmöglichkeit zwischen Fußgängerüberwegen, einfacher Kreuzung und Sternkreuzung. Erweiterbar. Zu guter Letzt kommt dann noch die "alles Rot - Anforderung" von z.B. Feuerwehr mit ordnungsgemäßer Wiedereinschaltung der Anlage(n) über "alles Gelb".

 

Fortsetzung folgt.

 

                                        2.  Baustellen - Lauflicht

 

Das bringt zusätzliches Leben in die Anlage. Eine Baustelle ist schnell nachgebildet, z.B. Arbeiten am Kanalsystem. Mit Absperrungen und Rohren von Vollmer© , Bagger usw. und kombiniert mit einer Ampel sorgt es für den richtigen Stau, sogar im Faller© - car- system. Gebaut wird an allen Ecken unserer Stadt, deshalb müssen auch 4 Platinen auf eine Eurokarte. Dann zersägen und am Einsatzort einzeln installieren.

 

                                           

 

Logischerweise werden alle Gestaltungselemente von einer separaten Stromversorgung gespeist. Jedoch bitte Vorsicht bei der Dimensionierung dieser Ringleitung. Gem. VDE sind in Spielzeuganlagen nur 3 Amp. pro Stromkreis erlaubt! Dies gilt natürlich auch für Signale und Weichen. Die digitalen Bahnstromkreise (Blockabschnitte) bleiben konsequent getrennt. So ein einzelner Steuerbaustein kostet ca. € 6,50 netto. Man kann per Jumper das fortlaufende Blitzlicht auch auf einen auflaufenden Lichtbalken umschalten. Das LED-Anzeige-IC LM 3914 N bietet diese Möglichkeit. Bringt Abwechselung in der Gestaltung. Die Baken mit den LEDs kann man ja leicht selber fertigen.

Wer es noch nicht bemerkt hat: alle meine Bausteine sind mit Anschlussklemmen von z.B. Lumberg© , Typ Krm xx anreihbar mit Kabelschutz ausgerüstet. Das erspart viel Ärger beim Ein- und Ausbau und kostet pro Klemmenpol etwa € 0,04. Unter der Bahnplatte löten halte ich für Unfug. Die Telecom© lötet auch nicht in den Verteilern auf dem Lande. Die verdrillen nur.

                                   

 

 

©  Wolfram Stephan                                         Inhaltsverzeichnis                 Startseite