Füssener Modellbaublätter                                          1/12   

 

Thema:                    ...  noch eine Legende:  der VT 137

                   

       

Ein schönes Modell von Piko® aus vergangenen Tagen. Es gibt die Modelle in verschiedenen Lackierungen, hier mal die DRG - Version: für damalige Zeiten eine sehr gute Detaillierung, lesbare Beschriftung und behebbare Schwächen, ein lohnenswerter Umbau auf 3L und / oder Digital. Ordentlich geputzt zur Sonderfahrt bereit:

 

 

Manchmal ist die Montage der Zurüstteile recht sensibel, man muss sie einpassen und gleich ankleben, ohne Kleberflecke. Ein dünner Draht  mit Ø 0,3 mm hilft als „Kelle“ für den Sekundenkleber. Wohl dem, der noch „Adleraugen“ hat, ich verstehe jetzt, warum die Modelle relativ selten vollständig zugerüstet angeboten werden.

Das Zugzielschild ist mit informativem Text bedruckt: „Abg. - Bf.“ und darunter „Ziel - Bf.“ . Authentische Ersatzschilder fehlten leider, deshalb kommt da nun das Schild von der MOROP - Sonderfahrt ran.

 

 

Der Umbau auf 3L und Digital:

Das Gehäuse ist rundum 6 - fach eingerastet, man bekommt es mit den Fingernägeln gelöst. Bitte keine Gewalt anwenden, es geht! Und dann ans Eingemachte:

Es hilft nur eins: Elektrik entkernen, Selenplatten ade! Die Radschleifer bleiben komplett erhalten, ebenso verbleiben die Entstörkomponenten am Motor, allerdings mit geänderter Einspeisung, es kommt ein Uhlenbrock® 76400 rein. Das Modell ist für Lichtwechsel ws / rt vorbereitet, also gibt es da keine Probleme. Da ich zunächst nur den Motorwagen besitze bleibt die Kupplung im Originalzustand bis auf Weiteres erhalten, so ist die Rückbaumöglichkeit auf 2L gewährleistet, sonst sind Trennschnitte im Fußbereich der Kontakte der stromführenden Kupplung nötig, die jetzt Masse führt. Später kommt da Gleisspannung für den F - Decoder im Beiwagen drauf.

Der Mittelleiterschleifer lässt sich nach Abflachung der Nickachse am hinteren Drehgestell und Einkleben einer kleinen Distanzfläche (1,5 mm) leicht anbringen: sauber zentriert Bohrung für Gewinde M 1,7 oder (kritischer) M 2 setzen und schon passt der kleine Schleifer von der alten Märklin® 3085.  Schlupflöcher für den Draht zum Dec.  gibt es mehrfach. Das Modell läuft Dank der vielen Masseschleifer ohne Mucken, die Höchstgeschwindigkeit muss man allerdings per CV angemessen reduzieren.

Noch ein Hinweis: der hintere Drehgestellrahmen (Blende) ist mit der Nickachse eingeklippst, man kann ihn vorsichtig mit kleinem Schraubendreher aushebeln, dann lässt er sich einfacher bearbeiten. Das Grunddrehgestell mit Kupplung bleibt drin.

 

             

 

                                                                                                                                             

 

Die Achsen im hinteren (Lauf-) Drehgestell habe ich durch Roco® - Wechselstromachsen mit Rad - Ø  11,3 mm ersetzt, das Achsmaß stimmt da auch, die zusätzliche Masse ergibt sich durch die Kontakte im Motordrehgestell, deshalb müssen die Drosseln von den unteren Stützpunkten abgelötet werden. Die dort endenden Radschleifer müs-sen an dieser Stelle verbunden und der Masse vom hinteren Drehgestell zugeschaltet werden.

 

 

Die Innenbeleuchtung

Generell ist zu sagen: das Gehäuse ist fadenscheinig! CV 50 = 36, wegen der Original Piko® - Glühlampen anno Damals. Also muss man zunächst den Bereich der Frontlam-pen, untere Lichtleiter,  lichtundurchlässig machen, geht recht gut mit Humbrol® 191. Nun hat der Triebwagen keine rote Nase mehr. Problematischer wird der Fahrgast-raum: da geht so was nicht, es sei denn, man riskiert Scheibenbruch. Die zusätzliche Innenbeleuchtung, 6 Doppel - LEDs in Reihe, hat zwei Rv's von je 27 kΩ, ist damit auch in der Helligkeit dem Fahrzeugalter angemessen gedämpft. Geht sich gerade so aus. Die einfache Spitzenlichtsteuerung / Schlusslicht muss im Beiwagenbetrieb (unzu-lässiger Lichtwechsel zwischen den gekuppelten Fahrzeugen) dann noch mal neu programmiert werden.

 

                

 

                                                                                                                                                        

 

Was ganz und gar nicht tragbar war waren die unerwünschten Führerstandsbeleuchtungen, mal weiß, mal rot. Da mussten noch bessere Lichtabschottungen her. Weiß wäre ja nicht gar so tragisch, aber Rot ist hier schon heftig daneben. Zwei Streifen lichtdichtes Klebeband helfen.

 

                                    

 

Bleibt die Inneneinrichtung herzurichten: 3. Klasse braune Holzbänke, 2. Klasse rot gepolstert, als Bodenbelag grauer Linoleum und den Rahmen vom Motordrehgestell muss man auch umlackieren: RAL 9005.

 

Kurzkupplungsmöglichkeit

So sehr es auch in den Fingern juckt, ich sehe momentan keine vernünftige Lösung des Problems wie bei meinen VT 95. Aber: kommt Zeit, kommt Rat (mit Steuerwagen). Da ist noch was: der VT 137 ist nicht für den Betrieb auf den Industriekreis - Radius geeignet!

 

 

Man soll nicht unbescheiden sein: der legendäre VT 137 gibt auch solo als Museums - Triebwagen (ohne PZB) auf der Strecke Steinheim  <-->  Zell ein gutes Bild ab.

 

 

                        ©  Wolfram Stephan                                                                     Inhaltsverzeichnis                 Startseite