Füssener Modellbaublätter                                                                     10/07    

 

Thema:                   Mein Freund, der Baum

 

 Ware aus der Tüte

Von einigen Zubehörherstellern werden Fertig - Bäume für die Landschafts- und Stadtgestaltung angeboten. Beginnen wir mit den billigen Tütenangebo-ten, um Namen zu vermeiden. Wie da schon steht, es sind Billigangebote und so sehen sie auch aus. Made in China, vom gleichen Hersteller. Nur der Preis ist anders und manchmal der Wurzelbereich. Sie fusseln fürchterlich und haben alle die gleiche Frisur. Siehe Laubbäume im Schulhof. Ø - Preis ca. € 0,40 / Stück. Die ganz einfachen aus Plastik vergessen wir gleich mal.

 

                          

                                                                           

Nur eine Stadt ohne Grün gibt es nicht. Nicht einmal im Ruhrpott. Wer wen beliefert kriegt man schnell heraus, NOCH® liefert u.a. exklusiv an Conrad®, andere haben ähnliche Angebote, prüfen Sie Form, Größe und vor allem dann den Stückpreis. Besonders geeignet für Kinder-Eisenbahnanlagen, denn der Preis tut nicht so weh, wenn man sie wegwirft. Nicht die Kinder, sondern die entlaubten Bäume!!!

 

                        

 

                                Tütenbäume von Busch® , aber auch hier kann man noch einiges verbessern.

 

 

Das gehobene Produkt

 

Beispiel Einheitsbaumbauart. Die sehen schon viel besser aus. Haben aber ausgeprägte Wurzeln, über die jeder stolpert. Das erinnert an gallische Wild-schweinwälder und Idefix, bei allen Vertriebsfirmen. Je nach Preis gibt es ein paar Details mehr. Der Preis wird von der Höhe diktiert. Gibt es einzeln verpackt. Kosten aber etwas mehr, Ø € 2,50 - € 3,00. Siehe einschlägige Kataloge.

 

Beispiel Seeschaumbäume. Tolles Bild im Auhagen® - Katalog. Die Verpackung ist eine Katastrophe. Man hat dann mit dem Entflechten filigraner Äste zu tun, geht nicht immer, sie kleben und hakeln aneinander, brechen ab. Und sie riechen, aber nicht nach Lavendel. Wurzelnachbildungen gibt es nicht, sie werden gesteckt. Die Stämme sehen allerdings sehr schwindsüchtig aus. Fusseln tun diese Bäume auch.

Hat man es geschafft, dann liegen so ca. 9 - 14 Baumsegmente pro Packung auf dem Tisch. Aber selten ein sofort verwendbarer Baum, den muss man nun aus diesen Segmenten bilden. Viele sind auch noch krumm wie die Nacht dunkel. Sehen aus als wenn Wiebke sie mißhandelt hat. Aber es gibt Hang-lagen, da finden sie dann vielleicht doch noch ihr Plätzchen. Aber jetzt versuche ich sie erst mal mit einweichen und dann vorsichtig biegen und zu rich-ten. Dann kommen sie an die Wäscheleine. Die allein brachte nichts.

Wenn ich die Segmente aber auf die ausziehbaren Trocknerstangen in der Waschküche gepackt habe, dann ging es besser. Ich konnte die Auflagepunkte verschieben, und mit der Lage (Neigung) der Wäscheklammer die neue Durchbiegung bestimmen. Aber die Ästchen muss man sorgfältig um die Stangen rumlegen, sonst sind sie erneut teilweise platt. Die Einweichzeit beträgt etwa 6 Stunden, dann brechen die Dinger nicht mehr. Also schauen wir mal wieder mit Geduld und Spucke wie wir alle durchkriegen und ob sie dann dem Katalogbild ähnlich werden. Eine Prise! Waschmittel trägt dazu bei, dass die Bäumchen noch leichter zu korrigieren sind.

 

                  

 

Wenn man 4 Packungen mischt kriegt man aus dem Segmentgewirr so an die 15 - 20 richtige Bäume raus. Reichlich Gestrüpp bleibt übrig als Naturhecke. Der Preis ist ebenso heftig, die Ausbeute undefiniert, aber die Gestaltungsmöglichkeiten sind ausgiebig und Sie sind ja kreativ. Im Beitrag Baumarkt sieht man erste Ergebnisse, gut sehen sie schon aus. Das Chaos auf dem Bild lichtet sich, denn nun hat meine Frau was Feines aufgetrieben: Floristen - Krepp-band mit der Breite 10 mm und fast selbsthaftend. Zum Schluss muss man fixieren, Sekundenkleber. Sieht dann aber wie ein echter Stamm aus. Was bleibt ist, dass diese Bäume keine Wurzeln haben. Wenn man ein Stück Schweißdraht mit einwickelt, kann man die Bäume leichter in der Grundplatte stecken.

Das Verfahren ist etwas mühselig, nur der Erfolg gibt Recht. Der dritte Eimer ist in Arbeit, Sie werden es sehen. Wenn alles wieder trocken ist. Nach dem 10. neuen Baum kriegt man dann das Gespür und den Blick für die feine Gärtnerarbeit. Mit dem Krepp kann man den Stammdurchmesser bestimmen.

 

 

Das mit den Wurzeln ist zu verschmerzen, denn in der Natur stolpert man ja auch nicht dauernd über Wurzeln. Meist nur über die eigenen Füße oder unseren 37 kg Alaska - Mallamut. Der ist zwar ausgestreckt nur ca. 1,85 m lang, LüP (Länge über Pfote), deswegen übersieht man ihn manchmal und er geht nicht immer ganz freiwillig aus dem Weg. Allradantrieb hat das Kerlchen auch noch.

Das mit dem Kreppband sollte man sehr behutsam tun, sonst knackt es und die erste Freude ist dahin. Stramm muss es trotzdem sein. Wenn man die Kreppumhüllung dann vorsichtig mit Sekundenkleber - Gel füllt hat man richtig tolle Bäume. Was nun auf dem Tisch liegt und auf das Einpflanzen wartet hält jedem Vergleich mit Fertigprodukten stand oder ist noch besser.

 

Jetzt sind Sie dran, gärtnern macht Spaß.

 

 

 

 Das perfekte Produkt

 

Gibt es nicht im Modellbau, auch wenn es einige Hersteller versuchen und horrende Preise verlangen, bis € 25,00 / Stück. Unsinn. Natur bleibt Natur, wir sollten uns einfach damit abfinden.

 

 

        ©  Wolfram Stephan                              Inhaltsverzeichnis                                                            Startseite