Füssener Modellbaublätter

                                                     aus der Weissenseer Eisenbahnstube

 

               

      aus dem Baukastensystem  von                                        Teil 2  ...

 

 

 

...  die Stromfabrik   oder:   ...  das Kraftwerk

 

Vor Baubeginn ist es durchaus angebracht sich mit der Thematik ein wenig an Hand der Vorbilder zu befassen. Das Internet bietet reichlich Infos,  spezielle Details kann man bei den E-Werken hinterfragen. Dies betrifft in erster Linie Umspannwerk und Freileitungsmaste, denn die Bausätze sind nicht immer vor-bildgerecht zusammengestellt bzw. umfassend beschrieben. Bei der Hindernisbefeuerung sind auch einige Punkte zu beachten, aber die kleine Infotour vorab lohnt sich und dann kommt unweigerlich die Bauplatzfrage, denn allein das Schalt- und Umspannwerk benötigt eine Fläche von 290 x 350 mm ohne die Häuschen für die Steuerungen. Hinzu kommen Sicherheitsabstände sowie Verkehrswege. Insgesamt werden für das Kraftwerk knapp 0,8 m² benötigt.

 

 

 

  Am Anfang steht ein Heizwerk

Wärmekraftwerke sind zwar nicht besonders effizient, dafür sind sie keine AKWs und man kann sie eigentlich überall hinbauen. Irgendwann hat man auf Gas -  oder Öl - Feuerung umgerüstet, für die Mannschaft hieß das ein angenehmerer, sauberer Arbeitsplatz. Seit geraumer Zeit sind aber wieder die Braun-kohle - CO2 - Spender mit Gleisanschluss hoch im Kurs.

 

                                                    

                                                                        

 

Einzelheiten zum Heizwerk und der Kesselausstattung findet man bei der Waggonbau AG. Wer ein Wasserkraftwerk wählt muss Staudämme / Staustufen bauen oder wie z.B. am Walchensee Rohrleitungen verlegen und ein sogenanntes Wasserschloß in den Fels setzen, aber ich habe halt weder Flüsse noch Berge mit einem Stausee auf der Anlage. Dafür braucht man einen Kühlturm und der ist eine echte Herausforderung.

                                                 

 

 

 

   Das Generator- und Turbinenhaus

                    Ehemaliges „altes“ Heizhaus (11431).

 

                                                                                                  

                                                                                                                                            Katalogbild, - die Kohlenberge sind in Steinheim inzwischen Vergangenheit, siehe Heizwerk.

 

Nicht zu übersehen: der Schornstein. In Natura wären das knapp 38 m Höhe. Das entspricht einem ca. 12- stöckigen Wohnsilo. Der Schornstein besteht aus satt passenden Rundteilen. Mit Stahlringen und einzeln anzusetzenden Steigeisen. So imposant das Ding auch aussieht, es ist aber höher als die Kirche und Steinheim hat eine richtig große Kirche. Die ist nun umgerechnet fast 2 m niedriger, da wird Don Camillo Einspruch einlegen wollen ...

Hier mal vorab ein Eindruck von den Dimensionen, der Schornstein zur Anschauung im Aw:

 

 

Damit man in den Schornstein reinschauen kann, bei manchen Leuten muss so ein Schornstein sogar qualmen, muss man ihn von den Angüssen befreien. Geht ganz einfach: mit einem Dreikantschaber vorritzen und mit den Durchmessern angepassten Rundhölzern „ausstanzen“. Wieweit nun ein Seuthe® - Raucheinsatz reinpasst weiß ich nicht, ich hab da wie bei den Modell - Dampfloks etwas gegen diese Luft- und Modellverschmutzer, stinken tun sie auch noch fürchterlich. Das ist das Einzige, was an solchen Dingern vorbildgerecht ist. Dafür würden aber nun die Kabel für die roten Warnlampen an der Spitze problemlos durchpassen.

Zurück zum Bausatz: Modellbau vom Feinsten. Viele Details, überzeugende Qualität, besonders bei der Ziegelstruktur und wieder die große Chance Talent als Architekt zu zeigen. Die Bauanleitung ist ja nur eine Orientierungshilfe und ein (1) Vorschlag, deshalb wird daraus das Generator- und Turbinenhaus der „Stromfabrik“. Sieht dann aber wie immer etwas anders als auf der Verpackung aus ... eben ein Baukastensystem. Wer sich als Architekt nicht so sicher ist: die Planungshilfe zu Rate ziehen, da gibt es sogar Einzelteil - Zeichnungen für Probebauten aus Papier, hier darf und soll man mal kopieren ...

Da das anfangs gezeigte Heizwerk in der Waggonbau AG verbleibt, entsteht nun ein kompaktes Heizkraftwerk aus 2 Bausätzen und einigen Ergänzungstei-len. Zum Reingucken, mit Inneneinrichtung.

 

                          

Nun gibt es die serienmäßigen Bodenplatten auch in steingrauer Farbe, ich werde sie wegen der großen Fenster aber wieder durch den bei mir üblichen Hallenboden mit den Marktplatten ersetzen. Das sieht einfach besser aus! Wünschenswert sind jedoch im Baukastensystem generell diese grauen Boden-platten!

Wegen der „Einsehbarkeit“ des Generator- und Turbinenhauses wird auch hier nach dem Prinzip „Haus im Haus“ gebaut. Dies bedeutet dass einige Wände Rücken an Rücken verarbeitet werden und somit die Türen / Tore als Einsätze ohne Kleberand vorbereitet werden müssen. Dies gilt auch für die Anschlag-leisten der Bodenplatten an diesen Seiten. Bei den gekürzten Innenwänden, sie ersetzen diese Leisten,  müssen sie ohnehin abgefeilt werden. Nicht nur in diesem Kraftwerk herrscht Sauberkeit, deshalb muss man den Hallenboden nicht vorsätzlich verschmutzen, sprich altern. Nach dem Zusammenkleben nur verfugen, z.B. mit Plaka® o.ä., das altert heftig genug, auch wenn man es sehr sorgfältig macht und zum Schluss, wenn alles richtig trocken ist, mit Wasch-benzin gründlich reinigen, sonst hält der Klarlack matt nicht ...

 

                                    

 

Bei einigen Wandelementen muss man die Maueröffnungen selbst anlegen, Position gem. Angabe des H0 - Architekten. Es geht folgendermaßen: Kontur mit einem „Schablonenteil“ und einer Reißnadel beidseitig vorritzen, besonders gründlich im Bogenbereich, dann die senkrechten Schnitte herstellen und den noch am Basisteil hängenden Bogen vorsichtig ausbrechen, ggf. mit einer Feile auf Maß bringen. Als Schablone dienen dann die einzusetzenden Teile, zunächst noch im Originalzustand. Erst wenn das Teil passt, sollte man, falls nötig, den Kleberand entfernen. Als Sockelfarbe habe ich RAL 7032 gewählt.

Bei den Innenwänden in der großen Halle müssen der Innenfries  und die Ecksäulen angepasst werden:

 

   z.B. an den langen Wänden eingerückt:              und an den Stirnseiten bündig:      

 

Beim Zusammenkleben der Innen- und Außenwände kann kurz etwas Stress aufkommen: das muss auf Anhieb sitzen, ein zweite Chance hat man nicht. Also sorgfältig ansetzen, Oberkanten bündig und Fenster- bzw. Türöffnungen kongruent! Die lückenschließenden Ecksäulen an den eingerückten Enden werden erst nach „Endmontage“ des Rohbaus angesetzt.

Das Portal der Kraftwerkshalle erfordert ebenfalls einige Anpassungsarbeiten: das Sektionaltor einsetzen und die kleinen unteren Fenster „blind“ machen:

 

                    

Die ursprünglichen Stahltore hat man nur innerhalb der Maschinenhalle erhalten, so als Erinnerung an ... 

 

                                                                                   

         

                                                                                                            

                          

So ein „Notdach“ stoppt vorübergehend die Neugierde und das Hallenportal lässt sich mit wenig Aufwand und einem einfachen Anbau interessanter ge-stalten, Modellbau sollte bei der Gestaltung keine ungeliebten Sonnen- und Schattenseiten kennen ...   Hier wird aber deutlich, dass die Schornsteine dominieren und die Maschinenhalle aufgestockt werden sollte:

 

 

Gleich noch ein Hinweis: ich verwende für feine Schnitte das Vollhartmetall - Sägeblatt mit 80 Zähnen. Das ist aber nicht schrägverzahnt und neigt daher zum Ansetzen von Kunststoffresten. Die müssen ab und an abgewaschen werden, z.B. mit Nitroverdünnung. Bei dieser Gelegenheit: auch die Parallelität von Sägeblatt und Anschlagschiene sollte gelegentlich überprüft und ggf. korrigiert werden, schon eine Abweichung > 2 µm macht sich besonders bei den Dächern unangenehm bemerkbar und der Getriebeblock der Säge kann durch einen abrupten Stopper mal leicht verschoben werden!

Auch wenn es sich in den Grundzügen ums Baukastensystem von Auhagen® handelt kommt man bei eigenwilligen Bauten nicht um eigenwillige Bauteile herum, aber das macht halt den besonderen Reiz beim Kitbashing aus. U.a. muss man die kleinen Giebelecken vom Anbau für die Maschinenhaupthalle anpassen, der Zahnfries muss ab.

 

                        

 

Der Mitteltrakt:  um Aufzustocken benötigt man die Wandteile 2342M und 2324A, von denen man unten ein Stück der Höhe 2390B (= 49,50 mm) absägt. Dadurch hat man gleich die richtige Höhe und das abgesägte untere Teil kann mit wenig Aufwand weiterverwendet werden. Ecken und Säulen ebenfalls entsprechend kürzen. Der Giebel des Mittetraktes sollte keinen Sockel gemauert haben denn es gibt den umlaufenden Zahnfries.

Beim Aufstocken ist zu beachten, dass der innere Zahnfries auf Höhe der Innenwände abgesägt werden muss, damit die Zwischendeckenteile versenkt ein-gesetzt werden können. Das sollte man vor dem Zusammenkleben der 4 vorgefertigten Seitenteile tun! Die Giebel erhalten eine nur 0,5 mm starke Innen-verkleidung, die als Arretierung in die Zwischenräume der Grundwände passt, denn durch die Kleberänder der Fenster ergab sich da ein nun sehr nützlicher Schlitz.  Dadurch wird auch an den (nicht verklebten) Aufsetzfugen ein Lichtaustritt verhindert. Oben in den Giebeln braucht man innen 2 Ausgleichstücke, Kitbashing ist etwas mehr als schachtelfrische Bausätze einfach nur zusammenkleben ...

 

                  

 

Die beiden Arretierungsstücke sind mit 0,5 mm Stärke recht lichtdurchlässig, man muss da im Bereich der Fuge mit z.B. RAL 8012 eine Sperre schaffen.

Für die Aufstockung habe ich zwei seitliche Zwischendecken 1,5 mm verwendet, somit kann das gesamte zusätzliche Stockwerk einfach abgehoben wer-den und man hat für die Hallenbeleuchtung vernünftige Träger. Als Beleuchtung gibt es 4 Lichtbänder aus je 4 Doppel - SMD - LEDs mit bekannter und bewährter Schutzbeschaltung.

Auch die Anbauten erfordern einige Aufmerksamkeit: die Schornsteine brauchen gemauerte Verbindungen zum Maschinenhaus und der Pumpenhausan-bau sollte entsprechend angepasst werden, in Länge und in der Dachausführung. Die Dimensionen der Zwischenstücke, nun, es gibt da außer persönlichen keine offiziellen Empfehlungen ...  das kleine Zwischendach sollte halt unter den Zahnfries der Rußkammer passen. Der Fußboden im langen Anbau ist wie die Zwischendecken aus 1,5 mm Polystyrol gefertigt, einfach lackieren mit RAL 7030 steingrau.

 

         

 

Kommen wir zu den Dächern. Sie müssen aus jeweils 2 Teilen zusammengesetzt werden. Zunächst die für die Seitenflügel komplett vorbereiten, so kann man bei eventuellem Murks der Teilstücke beim Zuschnitt noch ausgleichend eingreifen. Die Dächer der Seitenflügel sollten an den Säulen leicht klemmen, so wie die Originalstücke. Die Klebefugen lassen sich leider nicht zu 100 % vertuschen, auch wenn die Säge korrekt eingestellt ist, aber RAL 7021 matt hilft ein wenig. Dies Problem wäre viel eleganter zu lösen, wenn Auhagen® die Dächer in einer zum Raster passenden Stehfalznaht - Version anbieten würde ...

 

links fehlt ein Stück, der Scanner, der sieht manches zu eng oder nicht richtig ...

 

          

 

Der Weitwinkel schummelt bei den Schornsteinhöhen, die sind natürlich gleich hoch!

 

Die Schornsteine müssen als Luftfahrthindernis mit einem Gefahrenfeuer (rot blinkend) ausgerüstet werden. Dies lässt sich mit SMD - Bauteilen am Beton-kranz verwirklichen: 4x LED 0603 im Raster 60° oder 72° am Umfang versenkt ankleben, 2 Vorwiderstände setzen und miteinander in Reihe mit Silberleit-lack verbinden. Den Leitlack an den Anschlüssen tröpfchenweise mit einer Nadel auftragen! Die beiden R dienen nicht nur als Strombegrenzung sondern auch als Lötstützpunkte für die Kabel. Als Abschluss wird ein zusätzlicher Betonkranz incl. Stahlreif benötigt. Achtung, der Leitlack darf nur mit lösungsmit-telfreier Farbe (z.B. Humbrol® oder Revell®) überlackiert werden und sollte der Leitlack unter eine LED geraten, nun, da hilft nur noch austauschen! Den Kranz nur mit Hin- und Weg-Kleber fixieren, es könnte ja sein, dass ...  und der Stahlreif ist natürlich 2/10 dünner als der Ansatz am Betonring, abschleifen, es heißt ja schließlich Kitbashing und Unikate ...

 

                  etwas unsymmetrisch, passiert halt mal beim Prototyp ...           

                                                           

                              ... und wer sich beim Anlegen der LED - Positionen vertan hat: neuer Betonring (10) aus Spritzling 2399 A und ggf. Stahlreifen O aus 2395 A, aber man könnte es auch gleich beim ersten Wurf ordentlich machen:

 

                                                         

 

Für die Befeuerung von Luftfahrthindernissen gibt es eine Verwaltungsvorschrift, die für Tages- und Nachtbefeuerung unterschiedliche Forderungen be-inhaltet. Dies gilt auch für die verschiedenen Arten von Hindernissen. Gemäß dieser Vorschrift werden Kühlturm und Schornsteine mit roten und weißen Hindernis- bzw. Gefahrenfeuern ausgerüstet. Unabhängig von der Blickrichtung müssen stets mindestens 2 Gefahrenfeuer sichtbar sein.

 

                                                                          

 

Bei Höhen > 100 m müssen nachts alle roten Lampen blinken. Der Schaltplan gilt für Gefahren - Blinklicht und Strobskop - Blitzlicht, sind beide Schalter ge-schlossen, zündet das Blitzlicht nach dem Erlöschen des Gefahrenfeuers. Die Blinkfrequenz beträgt ca. 1 Hz. Nachbau bitte nur für private Zwecke und auf eigene Verantwortung, die Vorwiderstände der LEDs sind natürlich vom verwendeten Typ / Hersteller abhängig. Auch wer die Schaltung „nur“ auf Loch-rasterplatte aufbaut, sollte sich ein Layout erstellen, sonst könnte ein Chaos entstehen. Auf eine Eurokarte passen zwei Platinen, Schaltplan und Layout ohne Gewähr!

 

          

 

Für die Nachleuchtdauer (abschwellendes Gefahrenfeuer) ist das Zeitglied R3 / C5 verantwortlich.  Da aber Kondensatoren nur in recht groben Stufungen erhältlich sind muss die Zeit über R3 vorgegeben werden, es bieten sich Werte zwischen 47 kΩ (kürzer) und 82 kΩ (länger) an. Das Licht muss aber zwischen den Blinkimpulsen vollständig ausgehen, sonst gibt es keinen Triggerimpuls für das Stroboskop. R2 kann bis 1 MΩ reichen, da wird dann aber die geforder-te Frequenz von 1 Hz unterschritten.  Der L 7812 sollte bei Ue > 16V =  oder MoBa - Trafobetrieb 16 V ≈  einen kleinen Fingerkühlkörper aufgesteckt bekom-men, dann bleibt er auch bei  30° C auf der Dachbodenanlage stressfrei.

Tipp: wegen der relativ großen Toleranzen bei Elkos kann man für die frequenzbestimmenden Widerstände im Layout zusätzliche Potentiometer vorsehen. Bei z.B. 510 kΩ mit 470 kΩ für R2 ergibt sich ein weiter Bereich, ich tendiere aber zu den wesentlich ruhigeren (vorschriftswidrigen) 0,5 Hz bei 820 kΩ.

Interessanter ist natürlich statt nur statischem Hindernisfeuer der Betrieb als Gefahrenfeuer incl. Stroboskop. Hier gibt es 2 kleine Video - Clips: Demo 1 und Demo 2.

 

Zum Innenausbau:  Das Generator- und Turbinenhaus bekommt später 2 sanierte Altbau - Kesselanlagen (ummauert), 2 Turbinen mit Generatoren, einen Leitstand auf der Empore über dem Haupteingang und die obligatorische Kranbahn für Montage- und Servicearbeiten.

 

 

  Der Kühlturm vom HKW Steinheim   -    eine Anleitung für die Eigenkonstruktion

 

                             Kraftwerksbauten neigen zu monumentalen Abmessungen. Höher als das Ulmer Münster.

      Bildquelle:   http://www.nb-braun.de/mathematik/Drehkoerper/bausteine/bst4-2.htm

 

So etwas ist maßstabsgetreu in H0 völlig absurd, entscheidend für ein Modell sind aber die charakteristischen Proportionen ohne Rücksicht auf die „reale“ Kraftwerksleistung. Ich habe die Höhe zunächst auf 355 mm festgelegt. Damit ergeben sich 9 Rippen (verschachtelt) aus einem Bastelbrett (z.B. Balsaholz 100 x 1.000 mm) und am Fuß ein Ø von ca. 210 mm. Ohne heftige Kompromisse geht es halt nicht und angemessene fertige Modelle gibt es ja auch nicht. Man möge bitte bedenken: wird die Höhe verändert, ändert sich auch der Fußkreis - Ø drastisch. Leider ist das Monster nicht ganz rund, es hat 18 Ecken.

Es ist zweckmäßig, sich eine Sperrholz - Schnittschablone für die min. 18 Rippen anzufertigen, alternativ: 36 Rippen, jedoch nur 18 mit Mantelstützen, 3 - 4 Stück in Reserve sind gut, Material gibt es im Modellbauladen, da kriegt man auch das Balsaholz (2 mm), das Bespannpapier und den Spannlack.  Entge-gen der Zeichnung habe ich die Mantelstützen auf eine Höhe von ca. 40 mm ausgelegt, damit kann der Innenraum des Kühlturms auch in H0 mit Bauma-schinen „befahren“ werden..

 

 

Ich habe Balsaholz gewählt, weil es sich leicht bearbeiten lässt, - auch wenn es in mancher Hinsicht recht empfindlich und zickig ist -, der Schnitt erfolgt mit einem Skalpell. Tipp: die 9 Rippen von der Schablone auf ein Brett übertragen, ein zweites Brett so ankleben, dass die Rippen nicht kleben, dann kann im „Doppelpack“ geschnitten werden. Die Schablone unbedingt immer mit Hin- und Wegkleber® fixieren, damit sie beim Schnitt nicht verrutscht. Erst einzeln, dann alle 18 Rippen gebündelt auf endgültige Form schleifen, 120 - er Leinen. Ideal, wenn man eine Kopierfräse hat ...  Die Nuten für die Innenringe sollte man ebenfalls im gebündelten Zustand reinsägen. Die beiden mittleren Innenringe dürfen die Außenwand des Mantels nicht berühren, aber an der Innen-wand müssen sie alle bündig mit den Rippen sein. Hier kommen Geo - Dreieck, Lineal und Zirkel wieder zu Ehren:

 

                                       

 

Zwei der Innenringe überschneiden sich etwas sodass man 2 Rohlinge (Sperrholz 1,5 oder 2 mm) benötigt, als Muster die Schablonen KS 1 und KS 2, alle Schablonen wie immer ohne Gewähr, die Breiten der Ringe und die Tiefe der Ausklinkungen sind abhängig von der fertigen Breite der Rippen, ist ja alles Handarbeit. Als Kreisschneider eignet sich der Belzer® 5555 G.

Ringe und Rippen komplett zusammenstecken, ausrichten, mit Sekundenkleber heften und z.B. UHU® - hart endgültig verkleben. Vorsicht, die Dämpfe des Sekundenklebers nicht einatmen, eine Absaugung ist vernünftig. Ich hatte das Ding einfach 2 Tage in den Heizungskeller gestellt. Der obere Ring wird mit einem 4 mm dicken Ring als begehbarer Abschluss verstärkt, an dem auch die  Gefahrenfeuer angesetzt werden, Nachbau nur für private Zwecke und auf eigene Verantwortung. Der Abstrahlwinkel der LEDs beträgt 120°, da reichen 4 bzw. 6 LEDs aus. Die Leitungen (Ø 0,1 CuL) verlaufen im Zwischenraum an den Rippen und sicherheitshalber sollte man die Mantelstützen beidseitig mit Karton 0,6 mm verstärken, sonst sind sie zu empfindlich und eine dickere Stütze erscheint außerdem rein optisch angemessener.

Hinweis: Verstärkungen, besonders mit unterschiedlichen Materialien, sollten immer symmetrisch durchgeführt werden sonst verziehen sich die Teile wie beim einseitigen Lackieren. Dackelbeine  sind ja nicht erwünscht ...

Das „Rohbaugerippe“ wird im Mantelbereich innen und außen mit Bespannpapier - Streifen verkleidet, 2x mit Wasser vorgespannt und dann mit Spannfix 1408/1 (Graupner®) lackiert, Innen- und Außenwand gleichzeitig, das gleicht wie bereits erwähnt Spannkräfte aus, Modellflieger kennen die Prozedur. Aus einem Bogen Bespannpapier kann man 20 Mantelsegmente zuschneiden, geschachtelt, mit den schmaleren Seiten nach innen, wenn man es falsch macht werden es max. 16. Mit einer Schablone geht es beim Anzeichnen einfacher und die Innenwand sollte man zuerst verkleiden, man sieht sonst nix. Den Ta-petenkleister kann man aus einer 10 ml - Spritze ohne Kanüle recht gut auftragen, nicht zu dünn, das Material saugt recht kräftig. Nach der Halbzeit muss man den Turm erstmal in Ruhe trocknen lassen.

 

                                                   

                                                        „Schnittmuster“                                                                                                                                              „Halbzeitpause“

 

Auch nach der Außenhaut - Bespannung muss wieder gut getrocknet werden, sonst löst sich der Kleister beim Vorspannen mit Wasser. Wenn man sich zu dicke Beulen erlaubt hat, die sich nicht mit Wasser glätten lassen muss man sie rausschneiden und durch Flicken ersetzen. Das kann man aber vertuschen. Der Kühlturm muss ca. 5x mit Spannlack gestrichen werden, man sollte die Flächen nicht unterschätzen, da braucht man schon 200 ml! Erst danach kann der Kühlturm mit z.B. Abtönfarbe oder Plaka® (unverdünnt!) auf Betongrau stumpfmatt umgefärbt werden, ohne dass es Runzeln gibt.  Die Pinselstriche dürfen und sollen als Betonstruktur sichtbar bleiben.

Bitte beachten: Spannlack ist ein Werkstoff auf Nitrobasis, also unbedingt für ausreichende Raumbelüftung sorgen sowie Lackdämpfe nicht einatmen!

Der Kühlturm stand nach der Spannlack - Behandlung einige Tage zum Ablüften im Heizkeller und anschließend mussten ja zwischen den Dispersionsfarb-anstrichen auch Pausen eingelegt werden. Es dauert halt ein wenig, bis die Betonmischung passt, ausprobieren, denn ...

 

                               

 

Einige Kühltürme wie z.B. der in Rostock sind besteigbar, dieser hier auch. Die Aufstiegsleiter ist von Kibri®, aus B 8609 und der Treppenbau von Auhagen®, u.a. aus Teilen der Außentreppe 80101.  Das Geländer am oberen Kranz ist ebenfalls noch in Arbeit, man muss es vorformen (über die Tonne bügeln) und im Umfang anpassen.

 

Was die Inneneinrichtung eines Kühlturms betrifft, nun, da wird nur ordentlich Dampf abgelassen, für's Modell eigentlich unrelevant.

 

 

  Das Schalt- und Umspannwerk   

Die von den Turbinen und Generatoren umgewandelte Energie kann man so nicht auf die Reise schicken. Das wäre ein Verlustgeschäft,  die Leitungen set-zen dem Vorhaben Widerstand entgegen. Verlustleistung P = I² x R. Folglich muss der zu übertragende Strom deutlich kleiner werden, dafür gibt es die Um-spannwerke. Bitte beachten, es wird kein Bahnstrom - Unterwerk der DB sondern ein Schalt- und Umspannwerk von e-on:

 

                                         Das sieht schon mal recht technisch aus, aber ...

                                                                  Katalogbild Faller®  130958

 

Man ahnt es schon, das schachtelfrische Umspannwerk ist nicht nur ein Fragment wie so mancher Hauptschalter im Dachgarten auf diversen El.-Lok - Modellen, sondern gem. Packungsbild etwas unlogisch. Also Rat aus erster Hand bei den heimischen E-Werken einholen, wie muss das real aussehen? Grundlage wurde das Umspannwerk in Kamenz:

 

                               Original und Baustelle:

 

                                                                                                                   

 

       

   

Der Unterschied zum Unterwerk? Ganz einfach: Schalt- und Umspannwerke im Verbundnetz arbeiten ausschließlich in der Drehstromebene, die Unter-werke geben nur Einphasenwechselstrom ab, bei U- und Straßenbahnen wie auch bei der S-Bahn Berlin gleichgerichtet.

Tipp: bevor man die Kabelkanäle aussägt kann man prima mit Hin- und Weg-Kleber die genaue Baugruppenaufteilung im „Gelände“ ermitteln, so fallen sie nicht ständig um, das spart u.U. Verdruss und erleichtert den Höhenabgleich der Komponenten untereinander.

Hinweise (Bildvorlagen) auf (nicht nur) Hochspannungskomponenten findet man u.a. auf der virtuellen Industriemesse.

Viele Zusatzteile für die Vervollständigung gibt es recht zügig vom Faller® - Kundendienst. An Ersatzteilen wird zusätzlich benötigt: Bodenplatten 618-01-11, Träger 618-02-01, Isolatoren 618-04-01 und Zubehör 618-05-01. Gleich mitbestellen: für die Freileitungsmasten gibt es aus  dem Faller® - Bausatz 120215 fertige Steigeisen: Pos. 1/7. So braucht man keine Eigenbaulösung aus Gartenzäunen. Ferner werden etliche U- und H-Träger sowie Flacheisen aus Profil-sortimenten benötigt. Ein paar Ergänzungen kann man auch von Kibri® bestellen, wie z.B. für die Vakuum - Lasttrenner und Messwandler sowie Trenner-kontakte. Das ist der Spritzling K56 aus Bausatz 9840  -  DB - Unterwerk Baden-Baden.  Die Anzahl richtet sich nach dem Aufbau des Schaltwerkes. Hinweis: die Isolatoren von Kibri® haben keine so deutlich ausgeprägte Struktur wie die von Faller®.

Nun ist das bei Kibri® alles nicht mehr so einfach, man bekommt zwar Bausätze und BA's, aber durch die Umstrukturierung bei Kibri® ist jetzt Viessmann® für Ersatzteile zuständig und die kommen dann aus Ungarn. Dafür dauert es etwas sehr viel länger. Aber wenigstens hat es diesmal fast geklappt, einige Spritzlinge waren wie bei Faller® in der ersten Lieferung leider unvollständig. Versteh's wer's will, danach war der Ersatzteilservice bei Allen perfekt.

 

Wer wie ich nicht nach Bauanleitung sondern nach Vorbild baut, sollte mit den Trafos beginnen. Wichtig ist, dass die Hochspannungsseite, das ist die mit den 4 Isolatorabgängen, nach außen zu den Verkehrswegen hin gerichtet ist und nicht so unsinnig verdreht wie auf dem Katalogbild. Man tut sich da leichter, falls ein Trafo mal ausgetauscht werden muss, denn dann sind auch die Niederspannungskabel, die aus dem Kabelkanal kommen und die dazu-gehörigen Trenner nicht im Weg. Nicht vergessen: im Boden liegen wohlgeordnet etliche Kabelkanäle (41620), von denen auch einige zu den Steuerungs-häuschen führen. Die Länge des Umspannwerkes ergibt sich halt aus der Aneinanderreihung von Messwandlern, Sammelschienen, vielen Trennern und Überspannungsableitern sowie Zäunen in gehörigem Abstand. Klar und logisch aufgebaut. Was heißt hier Niederspannung: die großen Generatoren wie am Walchensee liefern in der Regel auch so ca. 6 KV.

So ein Schalt- und Umspannwerk ist ja kein Geheimnis: man muss nur das vereinfachte Blockschaltbild ordentlich auf die „Grüne Wiese“ bauen ...  Hier ein Beispiel für 2 Einspeisungen / Abgänge und 2 Trassen:

 

                 Hier ist die Stückliste der benötigten Teile incl. der Bausatzteile

 

Der nächste Schritt ist die Erstellung der modifizierten Baugruppen: die Gerüste für die Isolatoren der Trafoeinspeisung, sodann die Lasttrenner, Meßwand-ler, Trennschalter und Überspannungsableiter sowie die beiden Sammelschienen - Teilstücke. Das Mittelstück über dem Verkehrsweg ist herausnehmbar (z.B. für Kranwagen) und deshalb mit 2 Trennergruppen freischaltbar. Nochmal: manche Komponenten muss man selbst erstellen, da sind im Faller® - Bau-satz keine fertigen Teile enthalten. Dies gilt auch für fast alle Träger bei dieser Gestaltungsvariante. Unikate sind halt immer etwas aufwändiger als einfache Serienprodukte. Aus den übrig gebliebenen großen Trägern kann man mit wenig Zusatzteilen eine ordentliche Kranbahn bauen, s. Stahlbau Kleinschmied.

 

                                                                     

    Kleinteile ...                                                                                                                        Baugruppen ...

 

Einige Details von den Baugruppen: 4 Stromwandler: (Kibri®), 4 Vakuum - Lasttrenner (Basis und Isolatoren Faller®, Anschlüsse Kibri®), 8 Trenner - Gruppen (Isolatoren Faller®, Kontakte Kibri®), 2 Hochspannungssicherungen (Faller®) und 2 Gruppen Überspannungsableiter - Faller® und Kibri®.

Die kleinen Betonsockel der Stützen stammen von Auhagen® (2372), die Gerüste von Faller® / Auhagen® und die 7 Grundplatten mit den Stahlträgern von Faller®. Die Trafos sind natürlich auch aus dem Faller® - Bausatz und die Steuerungshäuschen entstanden aus modifizierten Fertiggaragen von Auhagen®. Also eine recht bunte Mischung und die ursprünglichen Bausätze haben sich mal wieder gründlich gewandelt.

Die Stahlbau Kleinschmied GmbH fertigt neben den Strommasten auch die Mechanik (hier noch ohne Leitungen und Gestänge) des Umspannwerkes:

 

                                 

Vakuum - Lasttrenner                                Meßwandler                                                       Trenner                                                      Überspannungsableiter

Wenn man alle Baugruppen jeweils rechts und links der Sammelschienen fertig hat, kann man die Gerüste untereinander auf Höhe abstimmen:

 

                                 

                                                                                                                                                                                                                                                                 Sammelschienen, Isolatorkappen und Abgriffe

Bei einigen Komponenten, z.B. Trafo - Ölleitung, muss auch auf korrekte Abstände von stromführenden Leitungen zu Erdpotentialen geachtet werden, die Bausätze sind da manchmal viel zu knapp und anderseits einige Isolatoren großzügig zu lang ausgelegt worden. Auf der Hochspannungsseite liegen in die-sem Fall „nur“ 110 KV an, vgl. auch Freileitungsmaste!

Die Isolatoren: Mal ganz abgesehen davon, dass die Längen aus dem Standardteil erst mal angepasst werden müssen: wenn man dann das Umspannwerk vorbildgerecht verdrahten möchte müssen einige Isolatorkappen mit Querbohrungen Ø 1,2 mm versehen werden. Ich hab mir dazu ein kleines Bohrprisma für den Bohrtisch der „Minidrill“ - Bohrmaschine gefräst, kann man aber auch mit einer Dreikantfeile herstellen. Damit lassen sich die Isolatoren axial gut positionieren und sie können seitlich nicht verrutschen. Anders bei den Trafos: da führen die Leitungen axial durch die Isolatoren! Die „Abgriffe“ sind Iso-Teile aus der LP - Bestückung für stehende Dioden, wir haben früher immer „Stiefelchen“ dazu gesagt.

 

                         

 

Die Gerüste für die Trenner z.B. haben angespritzte Sockel und Zentrierungen für die aufzusetzenden Isolatoren. Wegen des Umbaus stimmen die Positio-nen natürlich hinten und vorne nicht mehr, man muss sie abfräsen oder abfeilen. Wenn man die Gerüste auch noch gekürzt hat sollte man sie nochmals planfräsen, dann verschwinden auch die Klebenähte!

Tipp: die Isolatoren der Trennergruppen wie abgebildet nach dem Kleben ausrichten und bis nach dem Aushärten mit z.B. Parallelstücken beschweren, auch nach dem Aufsetzen auf die Gerüste:

 

                       

 so bleiben sie in Form und halten sich senkrecht ...

 

  ... die Bohrungen in den Isolatoren an den Trafo - Anschlussgerüsten sollten auch ausgerichtet werden:             

  Die Gerüste lassen sich einfach mit Hin- & Wegkleber fixieren und man kennt ja den Spruch von wegen 2 Eimer in eine Reihe stellen, hier kann man mit 3 x 4 üben ...  Nochmals: bitte keine Hektik aufkommen lassen, die Klebestellen der Isolatoren müssen gut aushärten, bevor man u.a. die Gerüste wieder trennt.

 

Die ursprünglichen 3 Grundplatten mussten neu aufgeteilt werden, einige der angegossenen kleinen Sockel werden hier nicht gebraucht und entsprechend mussten auch die zusätzlichen Erweiterungsplatten zugeschnitten werden. Somit ergibt sich für jeden Strompfad eine 6 - teilige neue Grundplatte. Die Teile erleichtern das Anlegen (Aussägen) der Kabelkanäle, die proxxon® KS 230 hat einen begrenzten (planen) Arbeitsbereich. Auf den Baustellenbildern sind die Teilbereiche deutlich zu sehen, aber da wird wohl Gras drüber wachsen ...

Tipp: das HM - bestückte Sägeblatt 28017 eignet sich besonders gut für die Schlitze der schmalen Kabelkanäle, diese können nun einfach eingelegt und ge-klebt werden, sie stehen an der Oberseite ca. 0,7 mm aus der Grundfläche heraus. Es empfiehlt sich zum Sägen einen Tiefenanschlag einzurichten, das geht z.B. mit einem Parallelstück und doppelseitigem Klebeband. Dazu muss der Fingerschutzbügel entfernt werden, also Vorsicht beim Sägen! Die Schiene mit einem Kontrollwinkel ausrichten! Man muss die insgesamt 21 Teilstücke der Bodenplatte ja wieder zusammenkleben, ich habe da Verbindungsstreifen aus Polystyrol - Platten 1,0 mm  vom Architekturbedarf® zum Unterfüttern genommen. Erst danach kann man an den Sammelschienenaufbau denken.

Damit die Gesamtlänge mit dem Raster der Kabelkanalabdeckungen so halbwegs aufgeht, hier einige Richtmaße der Grundplattenteilstücke:

 

                          

Ausgleichen kann man am einfachsten am 40-er Teil, aber wie heißt es?  Schon 3x abgeschnitten und immer noch zu kurz ...

Die Lasttrenner haben unsymmetrischen Aufbau, deshalb bereits vor deren Montage festlegen, wo die Kabelkanäle liegen sollen, das hängt u.U. auch von den Steuerungshäuschen ab. Es könnte sonst passieren, dass sie mit einem Bein genau auf den Kabelkanälen stehen und drehen heißt dann demontieren.

 

           

 

Das beigepackte AEG - Logo für die Trafos ist recht falsch geraten, hier ist das richtige als Vektorgraphik, man muss es nur skalieren, 12 x 5 mm, z.B. mit inkscape® (freeware!). Themenbezogene Warnschilder  findet man auch im Internet.        Hinweis: die gewerbliche Nutzung der Vorlagen ist untersagt!        Ob allerdings die AEG oder BBC der Hersteller der Trafos war, lässt sich heute nicht mehr feststellen, das Schalt- und Umspannwerk ist ja aus Epoche III, aber als ehemaliger AEG - Bahntechnik - Mitarbeiter denkt man da halt in Richtung Stammhaus.

Aus Sicherheitsgründen muss das Schalt- und Umspannwerk separat eingezäunt werden, die Wahl fiel auf den Industriezaun 180433 von Faller® mit Roll-toren. Der dem Bausatz beiliegende ursprüngliche Zaun (4x 77775-05) eignet sich besser als Einfriedung fürs Ausbesserungswerk bzw. als Abgrenzung der Kopfgleise am Hbf zur Straße hin. Ordentlich gestrichen werden muss dieser Zaun natürlich auch noch.

 

               

 

Zur Farbgebung: die Trafos erhielten wie die Freileitungsmaste einen „Anstrich“ mit DB 601, das ist RAL 6011 mit Glimmer. Für die Stahlteile im Umspann-werk verwende ich RAL 7032, den freundlichen grauen Alltag der Industrie. Kann man abgetönt auch für die Betonsockel verwenden. Wer mit Airbrush® arbeitet  braucht so ca. 80 ... 120 ml zzgl. Verdünnung, die Trefferquote ist bei den Profilen nicht sehr üppig, aber mit dem Pinsel wird das nichts, es wird nicht gleichmäßig. Warum Faller® die Stahlteile so seltsam grün herstellt, die Frage bleibt offen.

 

 

  Die „Schnittstellen“ Umspannwerk an Trasse und an Generatorhaus

Der letzte Mast vor dem Umspannwerk bekommt bei Übergabe an die Gerüstlösung doppelte Aufhängung mit Zugentlastungen, denn die Isolatoren vertragen bauartbedingt nur axiale Belastungen:   

 

                 

 

               Wählt man statt der Gerüste die Bauart Brückenmast :                      wie z.B. in Wien - Süd,

 

so wird erst am Brückenkonstrukt aufgefächert  -  aber auffächern muss man die Leitungen so oder so. Das Wie ist beim Modell eine reine Optikfrage.

 

Die Anbindung Generatorhaus / Umspannwerk erfolgt hier per Erdkabel, Lösungen wie am Walchensee - Kraftwerk sind natürlich auch nachbildbar ...

 

 

   Das Leitungsnetz

In Deutschland und Österreich ist die Bauart „Donaumast“ die häufigste Mastausführung für doppelte Drehstromtrassen. Die Masten der Verbundnetz - Trasse A - D  bzw. D - A  bei Füssen tragen eine 380 KV - und eine 220 KV - Leitung.

 

                                                                                               

                          Ltg.  links 380 KV                         Ltg.  rechts 220 KV                                                                                                                                                                    das „Eckmodell“ 

                                      Füssen Ost                                     Füssen West     

 

Da diese  Ausführung von der Bahnstrom - Grundversion 42630 abweicht, wieso sollte das bei meinen Modellen auch anders ausgehen,  werden einige Er-gänzungsteile aus dem STAKO® - System benötigt:  48102, 48104 und 48107. Damit sind auch die Masthöhen problemlos variierbar.  Als Schutzanstrich für die Masten, kann man nur mit Airbrush® ordentlich machen, wird der bereits bekannte DB 601 - Lack von Reicolor® verwendet, 2 - 3 sparsame Spritzgän-ge. Die Isolatoren sollte man z.B. mit Humbrol® # 20 (purpur) anpinseln. Isolatoren und Montageschienen gibt es auch als Ersatzteil: Spritzling 0802. An die Mastspitze kam einen kurzer 1 mm Splint für das Erdseil anstelle des vorgesehenen Stützers, dazu muss aber ein Loch gebohrt werden.

Wichtig: Die Aufhängung der Isolatoren ist entsprechend der Trassenführung mit den Montageschienen zu gestalten: einfache Aufhängung ohne Zugent-lastung, doppelte Aufhängung mit Zugentlastung und Sonderausführung bei abgewinkelter Trassenführung, erster Mast nach Umspannwerk, hier sind die Enden der Traversen wesentlich breiter, vgl. Originalbild:

 

                                          d.h. der nachfolgende Umbau entfällt in diesen Fällen!

 

Beim Umbau müssen die Traversen - Elemente  48102 neu aufgebaut werden. Auf den Verlauf der Diagonalen achten! Die zu korrigierenden Querteile mit einem Bastelmesser herausschneiden, kürzen und alles wieder zusammensetzen, aber bitte ohne Hektik. Die Seitenwangen müssen symmetrisch aufein-ander treffen und die Querstreben verlangen etwas Aufmerksamkeit, die Dinger haben eine Ober- und eine Unterseite.  Die Klebestellen stören nicht, es wird ja eh lackiert.

 

                                                     

                                   „entkernte“ Seitenwangen                                                                                                                       modifizierte Traversen

 

Mit einfach nur Auspacken und Hinstellen wie z.B. bei den Märklin® - Masten geht es bei diesen Varianten nicht ab, da ist individuelle Maßarbeit angesagt. Dafür erhält man Unikate, die obendrein auch noch erheblich preiswerter sind und nach der zweiten / dritten Traverse wird der Umbau des Grundmodells fast zur Routine. Wegen der Steigeisen siehe Umspannwerk!

 

                                                     

                                     Steigeisen und Mastkennzeichnungen                                                                                                                       

                                                        

Zur Masthöhe:  die hier gebauten H0 - Freileitungsmaste entsprechen eigentlich der niedrigsten Ausführung auf freiem Feld. Geländebedingt sind auch bis zu 50 % höhere Masten im Einsatz, entscheidend auf der MoBa - Anlage ist aber nur der subjektive Gesamteindruck der Trassenführung. Vorbilder gibt es hier reichlich. Die beste der möglichen Mastverlängerungen ist m.E. das Ansetzen eines halben, etwas konisch geformten 48107 - Elementes, dies vermei-det im mittleren Bereich den Eindruck eines Rundfunk - Sendemasten und bildet einen realistischen Sockel. Neue Fundamente baut man aus Rundmaterial Ø ca. 10 ... 12 mm, das ist leicht anzupassen, auch in unebenem Gelände, z.B. Hanglage. Hinweis: die 4 Verlängerungseckträger vor dem Verformen oben um ca. 2 mm gegenüber den Diagonalen kürzen sowie die Klebestellen bis zum vollständigen Aushärten mit einem ausreichenden Gewicht belasten. Höher als 250 mm würde ich den Mast nicht bauen, der sieht dann nicht mehr so vorteilhaft aus.

 

                                                 

 Donaumast    -    einfache Ausführung ohne Zugentlastungen

 

Mit CuL - Draht z.B. kann man die Leitungen nicht nachbilden, massive Cu - Drähte, selbst bei Ø 0,5 mm, sind zu störrig, die Profibastler vom MiWuLa nehmen Fadengummi Ø 0,5 mm. Es gibt Feinlitze für die Freileitungen, 72 x 0,05 = 0,14 mm², aber da sind noch Richt - Versuche im Gange, damit die Leitungen vorbildgerecht durchhängen.

Anmerkung zum „Eckmodell“: bei abgewinkelter Trassenführung steht im Schnittpunkt der beiden Trassengeraden stets ein Mast in halber Winkelstellung und mit Zugentlastungen, vgl. Google® earth - Bilder (Teilstrecken der Verbundnetz - Trasse der Amprion GmbH im Ostallgäu):

 

        

 

Bitte daran denken: bei Masten mit Zugentlastung werden pro Mast 12 Isolatoren und mindestens 6 Montageschienen benötigt, wer die Montageschienen modifiziert, braucht dann auch davon 12 Stück, da sollte man also gleich zusätzliche Spritzlinge 0802 (je 16 Einzelteile) als Ersatzteil bestellen. Für die abge-winkelten Montageschienen kann man sich einfache Schablonen machen, dann werden alle gleich „krumm und schief“. Der Winkel ist durch die  Trassen-führung gegeben, ein fertiger Winkel macht da eigentlich nur bedingt Sinn. Die Isolatorgruppen habe ich nach dem Heften mit 2K - Kleber an den Schienen fixiert, das hält besser. Hier zwei Zwischenergebnisse, die Draufsicht zeigt gnadenlos die Maßhaltigkeit der Winkel, auch wenn nur schief angeklebt wurde:

 

                                                                      die Drähte sind nur Provisorien ... mal sehen ...

 

Durch die neuen Montageschienen bleiben die Leitungsabstände erhalten, ohne „Knick in der Optik“. Im Gegensatz zu diesen DB - Gleisen:

 

                                              Bei einer Feldbahn meckert ja keiner, aber ...

 

Die Freileitungsmasten sind werkstoffbedingt kopflastige Leichtgewichte und verhalten sich ähnlich wie einige Originale beim Sturm in 2005: sie fallen rei-henweise um. Aus meiner Sicht verbieten sich aber „Betonplatten“ als Sockel. Eine Lösung zur Fixierung der Masten sind Bindedrähte Ø 1 mm von den Blu-menbindern, die in den Mastfüßen einklebt werden, so wird der Mast steckbar und riesige Sockelplatten findet man auch in der Realität nicht. Da sind die neuen kleinen Sockel 2372B aus dem Bausatz der Pendelpfeilerbrücke wesentlich angemessener, auch wenn sie etwas unsymmetrisch sind, aber das fällt nicht unangenehm auf.

 

 

Übergabemast 20 KV - Freileitung an Erdleitung:                     oben die Überspannungsableiter

Beispiel aus dem ländlichen Verteilernetz, dies besteht in der Regel aus 50 KV und 20 KV - Trassen.

 

 

 

  Ohne sie geht es nicht:  Trafohäuschen

 

Die kleinen Umspannwerke, denn bei uns kommt der Strom aus der Steckdose ...

 

    mal am Wegesrand:                    mal in der Stadt:            

                                                                                          Bausatz 12261                                                                                                                                                                    ½  Bausatz 11427

 

 

  Aber, so einfach geht sich das nicht aus, ...

 

...  denn das dicke Ende kommt noch:  die Stromrechnungen!  Schon wieder so eine „unangenehme“ Verwaltung, sieht man ihr von Außen gar nicht an:

 

 

Da im Verwaltungsgebäude auch die Techniker ihren „zweiten Wohnsitz“ haben, die Fahrzeuge irgendwo bleiben müssen und die Installateure Material ab Lager einkaufen wollen, gibt es eine Durchfahrt zum Parkplatz auf dem Hof. Das Innenmaß der Gebäude beträgt im Normalfall 98,0 mm. Somit muss man die Wände der Durchfahrt mit Säulenabschnitten verlängern, die seitlichen Eingänge in der Durchfahrt sind notwendig, sonst muss man die Fassade anders gestalten und die Decke mit der Beleuchtung baut man dann wie bei der Waggonbau AG (Übergänge zur Verwaltung) aus einer Dekorplatte und 3 SMD - LED's.

 

                                                         

 Die Lampenschalen der Deckenleuchten in der Durchfahrt sind eigentlich Abdeckungen von RAFI® - Signalleuchten, Sachnr.: 5.49.255.005/1002

Die Giebelseiten erhalten jeweils 2 Flurfenster (die berühmten Lücken im System  -  oder besser: die kleinen Herausforderungen an die Tüftler) und die Durchfahrt ist mit Betonplatten „gepflastert“. Ob die Flurfenster an den Giebeln immer in der Mitte sein müssen, nun, das ist reine Architektensache. Ab-weichend von der Serie kann die Giebelspitze alternativ (mit etwas Ehrgeiz und einer proxxon® KS 230) in Putzversion ausgeführt werden: 

 

                                                         

 

Bedingt durch die hervorragende Passgenauigkeit der oberen Giebelteile kann man alle 3 Varianten des Giebels als „Snap-in“ - Teile vorbereiten, damit bleibt das Gebäude auch nach Fertigstellung noch variabel und man geht einer Grundsatz - Diskussion über Designer - Geschmack aus dem Weg!

Bei Bauten aus Teilen des Baukastensystems  gibt es natürlich keine fertigen Papiermasken, ich nehme diese sowieso nicht, man kann die weißen Wände auch so sorgfältig lichtundurchlässig machen: Trennmittel abwaschen, Fenster usw. abkleben, 2x Farbe aufbringen: „black & white“, wie auch bei den Wänden der Waggonbau AG. Den Sockel des Gebäudes farblich absetzen, das belebt die Fassade zusätzlich. Ach so, nicht dass sich da jemand wegen der Gardinen in der Verwaltung wundert: der Hausmeister muss schließlich auch irgendwo bleiben ... rund um die Uhr! Ein Blick auf die Baustelle:

 

 

 

Für die Durchfahrt braucht man zusätzliche Seitenwände und Torbögen, ob Ziegel oder Putz, egal, man muss sie selber zuschneiden. Man sieht es jedoch wenn man es sein lässt und die Außenwand erscheint unglaubwürdig dünn. 2 Stützwände hinter den Durchfahrtswänden ähnlich wie im Feuerwehrhaus (100,45 x 84,75 und 100,45 x Höhe Durchfahrtsteile) sind u.a. als Lichttrennwände nützlich und dann braucht man noch die Decke: 98,0 x 48,0. Diese sollte man wegen der Struktur aus einer Putzplatte zuschneiden, für die Stützwände genügt einfaches Polystyrol 1,5 mm von evergreen®.  Ein für die Durchfahrt passendes schmiedeeisernes Tor findet man im Bausatz 42648 (sw) und in der Schatzkiste 2  (42654), dort allerdings hellbraun. Die Ziegelbögen über der Durchfahrt sind Ausschnitte aus der Wand 2322C, kein großes Problem für Bastler, die ein bisschen mit Säge und Feile umgehen können und das kleine Vordach stammt aus dem Bausatz 12238, dem Landkaufhaus.

 

                                             

 

 

Bei den unhandlichen Trafos, die hier nicht durchs Tor passen, helfen die Nachbarn, die Kleinschmied Stahlbau GmbH aus, die haben einen Gleisanschluss. Für die Hilfe gibt es einen Sondertarif beim Strom, außerdem bauen die auch die Freileitungsmasten und die Mechanik im Umspannwerk. Manche Leute sagen dazu Vetternwirtschaft, aber hmm, eine Hand wäscht die Andere. Is eben so in unsrer kleinen Stadt.

 

Demnächst:     die Kranbahn und die Kessel werden eingebaut, leider stehen aber die für den Umbau des Maschinenhauses nötigen Wandteile erst Mitte des Jahres zur Verfügung, wie auch einige weitere Ausstattungsteile.

 

 

 

 

  

                              Tschau ...                ...  die Baustellen warten ...  

 

                    zu den Neuheiten 2014

 

   

                               

 

 

                           ©  Wolfram Stephan                          zurück zu Info's                                                    bisher erschienen                    Startseite